Gold: 4.092,10 Dollar nach Iran-Diplomatie
Friedenshoffnungen im Nahen Osten lassen den Goldpreis sinken, während ein schwacher Dollar und Zinserwartungen den Rückgang begrenzen.

- Goldpreis fällt auf 4.092 Dollar
- Trump kündigt Iran-Gespräche an
- Schwacher Dollar stützt Edelmetall
- US-Arbeitsmarktbericht als Zinsindikator
Trump kündigt Friedensgespräche mit dem Iran an. Sofort bröckelt die Krisenprämie beim Gold. Der Goldpreis fällt am Montag um 0,16 Prozent auf 4.092,10 Dollar je Feinunze — trotzdem kletterte er im Tagesverlauf zeitweise über die Marke von 4.100 Dollar.
Zwei Kräfte ziehen gerade in verschiedene Richtungen. Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten drückt den Preis. Ein schwacher Dollar und die Aussicht auf Zinssenkungen stützen ihn. Welche Seite gewinnt, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
Trump spricht von Gesprächen, Teheran widerspricht
Trump erklärte, wichtige Verbündete im Nahen Osten hätten ihn gedrängt, geplante Angriffe auszusetzen. Saudi-Arabien zähle dazu. Stattdessen solle eine diplomatische Lösung her. Trump fordert zudem die schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormuz.
Der Iran sieht das anders. Iranische Führungspersonen erklärten, sie befänden sich noch nicht in aktiven Verhandlungen mit den USA. Sie sprächen aktuell nur mit Oman über die Straße von Hormuz.
Die Lage am Boden passt nicht zur diplomatischen Entspannung. Saudi-Arabien, Jordanien und Irak meldeten am Montag Drohnenangriffe. Teheran testet damit offenbar die Pause der US-Militäroperation. Für den Goldmarkt bleibt die Lage fragil — jede neue Eskalation könnte die Nachfrage nach dem sicheren Hafen sofort wieder anheizen.
Schwacher Dollar gibt Rückenwind
Neben der Geopolitik liefert die Währungsseite Unterstützung. Der US-Dollar fiel auf sein niedrigstes Niveau seit Mitte Juni. Grund waren Interventionen am Devisenmarkt, mit denen Behörden den Yen stützen wollten.
Ein schwacher Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der Dollar-Zone günstiger. Das stützt die physische Nachfrage zusätzlich.
Fed bleibt gespalten, Arbeitsmarkt im Blick
Die kommenden Tage dürften die Richtung vorgeben. Investoren warten auf mehrere US-Arbeitsmarktberichte. Sie gipfeln am Freitag in den Nonfarm-Payrolls — einem wichtigen Taktgeber für die Zinserwartungen der Federal Reserve.
Die Fed selbst zeigt sich zerstritten. Vergangene Woche beließ sie die Zinssätze unverändert. Drei Mitglieder stimmten jedoch dagegen und warnten vor einer zu langen Verzögerung. Eine spätere Reaktion könnte eine aggressivere Straffung nötig machen. Aktuell rechnen Marktteilnehmer laut Terminmarktdaten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt im September — grundsätzlich belastend für das zinslose Edelmetall.
Nachfrage bleibt gespalten
Die fundamentalen Daten zeigen ein gemischtes Bild. Der World Gold Council meldet eine schwache Schmucknachfrage. Die Zuflüsse in goldgedeckte ETFs halten zwar an, verlieren aber an Tempo.
Die Zentralbanken bleiben der stabile Anker. Die Commerzbank rechnet weiterhin mit hohen Goldkäufen der Notenbanken — allerdings unter dem Niveau des Vorjahres.
Zwei Kräfte, eine offene Rechnung
Der Goldpreis bewegt sich derzeit zwischen zwei Polen. Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten dämpft die klassische Krisenprämie. Restriktive Töne aus der Fed und die hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte wirken dagegen als Gegengewicht.
Zwei Termine dürften in den kommenden Tagen den Ausschlag geben: die tatsächliche Entwicklung an den Frontlinien im Nahen Osten und die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Mit einem RSI von 48,1 zeigt sich der Markt derzeit weder überkauft noch überverkauft — die Richtungsentscheidung steht noch aus.
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