Gold: 4.401 Dollar nach 23.000-Job-Minus

Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben Gold auf 4.401 Dollar. Zinssenkungsfantasie und starke Nachfrage stützen den Aufwärtstrend des Edelmetalls.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis steigt auf 4.401 Dollar
  • US-Jobdaten enttäuschen deutlich
  • Zinssenkungserwartungen beflügeln Edelmetall
  • Zentralbanken und ETFs stützen Rallye

Ein einziger Arbeitsmarktbericht hat den Goldpreis aus seiner wochenlangen Lethargie gerissen. Die US-Wirtschaft baute im Juli überraschend 23.000 Stellen ab. Das war deutlich schlechter als erwartet.

Die Folge: Anleger rechnen jetzt fester mit Zinssenkungen der Federal Reserve. Der Dollar verlor an Wert. Internationale Käufer fanden Gold plötzlich günstiger und griffen zu.

Der Ausbruch über die Marke von 4.300 Dollar

Am Freitag schloss Gold bei 4.401,40 US-Dollar je Feinunze. Das bedeutet ein Plus von 7,39 Prozent innerhalb einer Woche, der stärkste Anstieg seit Mitte Januar.

Wichtige Widerstände bei 4.200 und 4.300 Dollar fielen mit hoher Dynamik. Der Kurs liegt nun 5,45 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Das bestätigt den neuen Aufwärtstrend technisch.

Zur alten Bestmarke von 5.586,20 Dollar aus Ende Januar fehlen allerdings noch gut 21 Prozent. Von einem neuen Rekordhoch ist Gold also noch ein Stück entfernt.

Marktbeobachter sehen im Schlusskurs oberhalb von 4.300 Dollar trotzdem ein wichtiges Signal. Die Marke von 4.350 Dollar gilt jetzt als neue Unterstützung. Die nächste Hürde liegt im Bereich von 4.400 Dollar.

Zentralbanken und ETFs stützen die Nachfrage

Der Arbeitsmarktbericht war der Auslöser, aber nicht der einzige Treiber. Mehrere fundamentale Faktoren untermauern die Rallye:

  • Zentralbanken: Staatliche Institutionen kauften zuletzt stabile 288,9 Tonnen Gold.
  • ETF-Nachfrage: Beim SPDR Gold Shares, dem größten physisch besicherten Gold-ETF der Welt, kehrt sich der Trend um. Nach monatelangen Abflüssen griffen Investoren zuletzt wieder verstärkt zu.
  • Angebotslage: Exportbeschränkungen im Kongo verknappen vor allem Kupfer und Kobalt, nicht Gold selbst. Die Unsicherheit stützt aber die allgemein bullische Stimmung für Edelmetalle.

Dazu kommt geopolitische Nervosität. Berichte über Angriffe auf strategische Ziele an der Straße von Hormus halten die Risikoprämie hoch. Parallel gibt es zwar diplomatische Signale zwischen Iran und Oman. Die Unsicherheit über die Energieversorgung bleibt aber bestehen und stützt die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.

Blick auf Jackson Hole

Für die kommende Woche rückt die Konsolidierung des erreichten Niveaus in den Fokus. Marktteilnehmer warten auf weitere Signale zur Geldpolitik. Besonders im Blick: das Jackson-Hole-Symposium Ende August.

Verfestigt sich die Erwartung einer Zinssenkung im September, könnte das den Weg für neue Rekorde ebnen. Die Marke von 4.400 Dollar wäre dann nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu neuen Allzeithochs.

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