Gold: 4.659 Dollar Drei-Monats-Hoch

Gold steigt auf 4.659 Dollar, getrieben von US-Schuldenrekord und Zentralbankkäufen. Analysten erhöhen Kursziele deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis erreicht Drei-Monats-Hoch
  • US-Schulden übersteigen 40 Billionen Dollar
  • Zentralbanken planen Goldreserven-Ausbau
  • Analysten heben Kursziele deutlich an

Der Goldpreis markiert am heutigen Montag ein Drei-Monats-Hoch von 4.659 US-Dollar je Feinunze. Auslöser ist eine Entscheidung des US-Finanzministeriums, das Volumen der Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren von 2 auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln.

Zeitgleich hat die US-Staatsverschuldung erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten, was laut Marktberichten die Attraktivität des Edelmetalls als Absicherung gegen Währungsrisiken weiter erhöht.

Notenbanken treiben strukturelle Nachfrage

Der World Gold Council berichtete am Sonntag von einer Umfrage unter Zentralbanken, wonach 89 Prozent der befragten Institutionen innerhalb der nächsten zwölf Monate eine Ausweitung ihrer Goldreserven erwarten.

Diese Erwartungshaltung deckt sich mit konkreten Käufen: Die polnische Zentralbank hat mit umfangreichen Zukäufen die Bestände der Niederlande und der Türkei überholt und zählt damit nun zu den zehn größten staatlichen Goldhaltern weltweit.

Parallel dazu meldet der Council eine Stabilisierung des indischen Goldmarktes durch eine Erholung der Schmucknachfrage und steigende Importe im Vorfeld der nationalen Festspielsaison.

Auf der Angebotsseite bleibt die Lage angespannt: Der Council beziffert das jährliche Wachstum der Goldfördermenge auf lediglich 1,5 Prozent, während die weltweite Gesamtnachfrage nach seinen Angaben fast 5.000 Tonnen erreicht. Dieses Missverhältnis zwischen träge wachsendem Angebot und breit gestreuter Nachfrage – von Zentralbanken über Schmuckkäufer bis zu Anlegern – bildet das fundamentale Rückgrat der aktuellen Preisbewegung.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Am heutigen Montag reagieren mehrere große Häuser mit angehobenen Prognosen. UBS-Analyst Giovanni Staunovo hebt sein 12-Monats-Kursziel auf 5.400 US-Dollar an und begründet dies mit der Rückkehr struktureller Preistreiber, allen voran der wachsenden US-Schuldenlast.

Goldman Sachs setzt sein Kursziel für Ende 2026 bei 4.900 US-Dollar an, warnt jedoch, dass eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Call-Optionen die Kursausschläge in beide Richtungen verstärken könne. Morgan Stanley wiederum erhöht seine Prognose für 2027 auf über 5.000 US-Dollar, nachdem das ursprüngliche Kursziel für das vierte Quartal 2026 von 4.450 US-Dollar bereits vorzeitig erreicht wurde.

Minenaktien laufen dem Metall davon

Besonders auffällig entwickelt sich der Goldminensektor: Der Index NYSE Arca Gold BUGS legte in den vergangenen vier Wochen um rund 38 Prozent zu und übertraf damit die Wertentwicklung des physischen Goldpreises im selben Zeitraum, der um etwa 15 Prozent stieg. Diese Divergenz gilt als typisches Signal einer breiten, nicht nur spekulativ getriebenen Aufwärtsbewegung, da Minenbetreiber überproportional von steigenden Metallpreisen profitieren.

Aktuell notiert Gold bei 4.707,60 US-Dollar, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 4.661,60 US-Dollar. Auf Sicht von sieben Handelstagen summiert sich der Anstieg auf 5,2 Prozent.

Der jüngste Kaufimpuls der Zentralbanken, die anhaltende Sorge um die US-Fiskalpolitik und die frischen Kurszielanhebungen der Analystenhäuser deuten darauf hin, dass die Rally zumindest kurzfristig noch nicht an Substanz verliert – auch wenn Goldman Sachs vor erhöhter Volatilität durch das Optionsgeschäft warnt.

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