Gold: 44.000 Stellen treiben Rally

Schwache US-Jobdaten beflügeln Gold auf ein Sieben-Wochen-Hoch. Zinserwartungen sinken, Zentralbanken kaufen weiter – Analysten sehen Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis erreicht Sieben-Wochen-Hoch
  • Enttäuschender ADP-Arbeitsmarktbericht treibt Rally
  • Zentralbanken stocken Goldreserven kräftig auf
  • Analysten erwarten weiteren Preisanstieg

Gold klettert auf den höchsten Stand seit sieben Wochen. Der Auslöser liegt nicht am Edelmetall selbst. Er liegt am amerikanischen Arbeitsmarkt, der plötzlich deutlich schwächer aussieht als erwartet.

Am Donnerstag notiert die Feinunze bei 4.322,80 US-Dollar. Das sind gut 5 Prozent mehr als vor 30 Tagen. Zum bisherigen Rekordhoch von 5.586,20 US-Dollar aus dem Januar fehlen aber noch mehr als 22 Prozent.

Schwache Jobdaten verschieben die Zinserwartung

Der ADP-Bericht für Juli zeigt nur 44.000 neue Stellen im Privatsektor. Ökonomen hatten mit 70.000 bis 75.000 gerechnet. Die Lücke ist groß genug, um die Erwartungen an die US-Notenbank Fed sofort zu verändern.

Schwächere Jobdaten bedeuten für Anleger: Die Fed muss die Zinsen eher senken. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gaben nach den Daten spürbar nach. Sinkende Realrenditen machen Gold als zinsloses Anlagegut automatisch attraktiver.

Der Dollar verlor parallel an Wert. Das macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Die Kombination aus beiden Effekten hat die Rally seit Mittwoch angetrieben, Anschlusskäufe stabilisierten den Kurs am Donnerstagvormittag auf dem erhöhten Niveau.

Zentralbanken kaufen weiter, Fed ist gespalten

Neben den kurzfristigen Zinserwartungen stützt eine strukturelle Kraft den Goldpreis: die Nachfrage der Zentralbanken. Der World Gold Council meldet für das zweite Quartal 2026 Netto-Käufe von 288,9 Tonnen. Vor allem Schwellenländer bauen ihre Reserven aus, um die Abhängigkeit vom Dollar zu senken.

In China zieht zusätzlich die private Nachfrage nach physischem Gold wieder an. Die Industrienachfrage stagniert zwar wegen der hohen Preise. Als sicherer Hafen bleibt Gold für institutionelle Käufer aber das dominierende Argument, gerade angesichts der hohen globalen Staatsverschuldung.

Bei der Fed selbst gärt ein Konflikt. Bei der Sitzung am 29. Juli stimmte das Gremium unter Vorsitz von Kevin Warsh zwar für die Beibehaltung des Leitzinskorridors von 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei Mitglieder votierten jedoch für eine straffere Politik. Die schwachen Arbeitsmarktdaten stärken nun die Position der Befürworter einer lockeren Geldpolitik vor der nächsten Sitzung im September.

Analysten sehen Ende der Konsolidierung

Nach dem Rekordhoch im Januar folgte eine monatelange Konsolidierungsphase. Investor John Paulson wertet die aktuelle Bodenbildung oberhalb von 4.000 US-Dollar als Beginn eines neuen langfristigen Bullenzyklus. Die Deutsche Bank bekräftigte ihre Jahresendprognose von 4.600 US-Dollar.

Der RSI von 63 signalisiert derzeit noch keine Überhitzung. Damit bleibt technisch Spielraum nach oben. Die nächste Sitzung der Fed im September dürfte zeigen, wie stark die schwachen Arbeitsmarktdaten die Zinspolitik tatsächlich verändern.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold