Gold: 45% der Zentralbanken kaufen

Zentralbanken planen massive Goldkäufe. Das Misstrauen gegenüber dem US-Dollar wächst, während Asien den Goldhandel neu ordnet.

Die Kernpunkte:
  • 45% der Notenbanken wollen Gold kaufen
  • Misstrauen gegenüber dem US-Dollar wächst
  • Asien baut eigene Gold-Handelsinfrastruktur
  • Stabile Goldpreise durch physische Nachfrage

45 Prozent der weltweiten Zentralbanken wollen in den kommenden zwölf Monaten Gold kaufen. Ein solcher Wert wurde seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gemessen. Die Währungshüter sichern sich massiv ab.

Misstrauen gegen den Dollar

Die Ergebnisse des aktuellen World Gold Council zeigen eine klare Verschiebung. Rund 74 Prozent der befragten Institutionen erwarten einen Bedeutungsverlust des US-Dollars. Sein Anteil an den globalen Reserven dürfte in den nächsten fünf Jahren sinken.

Als Alternative rückt das Edelmetall in den Fokus. Gold lässt sich physisch im eigenen Land lagern. Ausländische Sanktionen greifen hier nicht. Dieser Trend verfestigt sich seit dem Einfrieren der russischen Reserven im Jahr 2022.

Asien baut eigene Infrastruktur

Parallel zur hohen Nachfrage verlagert sich der Handel nach Osten. Die Singapore Exchange baut bis Ende 2026 ein neues Clearing-System für physisches Gold auf. Führende Institute wie JPMorgan und die Deutsche Bank machen mit.

Das Ziel: Unabhängigkeit. Asien will den Interbankenhandel während der eigenen Handelsstunden erleichtern. Damit sinkt die Abhängigkeit von den etablierten Plätzen in London und New York. Das ergibt Sinn, denn die asiatische Region stemmt bereits 70 Prozent der weltweiten Goldnachfrage.

Stabiler Boden für den Kurs

Am Markt stützen diese Notenbank-Käufe den Preis merklich. Aktuell notiert die Feinunze bei 4.369,20 US-Dollar und verbucht ein leichtes Tagesplus. Seit Jahresbeginn steht ein moderater Zuwachs von knapp einem Prozent auf der Anzeigetafel.

Vom 52-Wochen-Hoch bei gut 5.626 US-Dollar ist das Edelmetall zwar weit entfernt. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 4.586 US-Dollar deckelt den Kurs derzeit noch. Die stetige physische Nachfrage verhindert jedoch tiefere Abstürze.

Auf der Angebotsseite bleibt die Lage derweil angespannt. Zwar meldet Newcore Gold vielversprechende Bohrergebnisse aus dem Enchi-Projekt in Ghana. Steigende Investitionskosten und strenge Umweltauflagen bremsen die globale Minenproduktion aber weiterhin aus.

Die singapurische Zentralbank startet ab Oktober 2026 spezielle Verwahrungsdienste für ausländische Notenbanken. Dieser Schritt wird die Liquidität am asiatischen Markt weiter erhöhen. Die Dominanz der westlichen Handelsplätze bröckelt damit spürbar.

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