Gold: 5 Milliarden Dollar ETC-Zuflüsse in drei Wochen
Zentralbanken und ETCs stützen Gold, während US-Zinssorgen den Preis belasten. Die Fed-Sitzung am 15. September wird richtungsweisend.

- 289 Tonnen Zentralbankkäufe im zweiten Quartal
- China führte Juli-Zukäufe mit 20 Tonnen
- Goldpreis binnen einer Woche 1,8 Prozent niedriger
- Über fünf Milliarden Dollar ETC-Zuflüsse
Die Notenbanken der Welt kaufen weiter kräftig Gold – und das dürfte dem Metall in einer Phase der Zinsunsicherheit Halt geben. Nach Daten des World Gold Council kauften Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold, im gesamten ersten Halbjahr summierte sich die weltweite Goldnachfrage auf 2.522 Tonnen.
Auch im Juli setzte sich der Trend fort, wenn auch schwächer: 23 Tonnen Nettozukäufe, angeführt von China mit 20 Tonnen und Polen mit 8 Tonnen. Russland verkaufte dagegen 6 Tonnen, die Türkei 1 Tonne und die Tschechische Nationalbank 2 Tonnen.
Goldman Sachs rechnete Anfang September mit durchschnittlich rund 50 Tonnen monatlichen Notenbankkäufen für das laufende Jahr – ein Wert, der die These einer strukturellen Nachfragebasis stützt, unabhängig von kurzfristigen Zinsschwankungen. Diese Käufe bilden derzeit ein Gegengewicht zu der Belastung, die von steigenden Zinserwartungen in den USA ausgeht.
Zinssorgen bremsen kurzfristig
Der Goldpreis geriet zuletzt unter Druck, weil starke US-Konjunkturdaten die Erwartung einer geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve verstärkt haben.
Bereits ein robuster Arbeitsmarktbericht hatte Anfang September für Rücksetzer gesorgt, zuletzt verschärften starke Inflationsdaten am Freitag den Druck zusätzlich. Auf Wochensicht blieb das Metall damit im Minus – aktuell notiert Gold mit 4.348,89 US-Dollar je Feinunze etwa 1,8 Prozent unter dem Niveau vor einer Woche.
Im Fokus der Anleger steht nun die kommende Fed-Sitzung am 15. September. Von deren Ausgang hängt maßgeblich ab, ob sich die zinsbedingte Konsolidierung fortsetzt oder ob Gold neuen Rückenwind bekommt.
Auf Jahressicht bleibt die Bilanz für das Edelmetall dennoch deutlich positiv: Gegenüber dem Stand vor rund zwölf Monaten steht ein Plus von 20 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass die strukturelle Nachfrage die kurzfristigen Zinsschwankungen bislang überkompensiert hat.
ETC-Zuflüsse untermauern Anlegerinteresse
Auch abseits der Notenbanken bleibt das Interesse an Gold hoch. Laut einem Bericht der Deutschen Börse verzeichneten Gold-ETCs und Goldminen-ETFs in den ersten drei Augustwochen historische Kapitalzuflüsse von über 5 Milliarden US-Dollar.
Diese Zuflüsse fallen in eine Phase, in der geopolitische Spannungen im Nahen Osten laut demselben Bericht eher dem Ölpreis als dem Goldpreis zugutekamen – ein Hinweis darauf, dass Anleger derzeit stärker auf makroökonomische Faktoren wie Zinsen und Notenbankpolitik reagieren als auf geopolitische Risiken allein.
Für die kommenden Tage dürfte die Gemengelage aus Zentralbanknachfrage, ETC-Zuflüssen und der Zinsentscheidung der Fed richtungsweisend bleiben. Die strukturelle Nachfrageseite scheint intakt, die kurzfristige Richtung hängt jedoch maßgeblich vom Ausgang der Sitzung am 15. September ab.
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