Gold: 55% Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinserhöhung

Die Huthi-Miliz blockiert das Rote Meer, der Goldpreis bleibt nervös über 4.000 Dollar. Steigende Zinserwartungen und fragile Friedensgespräche belasten das Edelmetall zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Huthi-Miliz kündigt Seeblockade an
  • Goldpreis hält sich über 4.000 Dollar
  • Fed-Zinserhöhung im September wahrscheinlicher
  • Zentralbanken stützen die Nachfrage

Die Huthi-Miliz kündigt eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien an. Der Goldpreis reagiert nervös, hält sich aber über der Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Zwischen militärischer Eskalation im Nahen Osten und steigenden Zinserwartungen sucht das Edelmetall gerade seine Richtung.

Huthi-Miliz droht mit Seeblockade

Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen erklärten eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Das schürt Sorgen um die Energielieferungen durch das Rote Meer. Zeitgleich gingen die US-Angriffe auf Iran bereits in ihren zehnten Tag.

Verschärft wird die Lage durch eine Warnung aus Washington. Präsident Donald Trump macht Iran für den Tod von drei US-Soldaten verantwortlich. Am Dienstag schloss Gold bei 4.082,70 Dollar, ein Plus von 1,77 Prozent zum Vortag – und dennoch nur wenige Prozentpunkte über dem Neun-Monats-Tief von Ende Oktober.

Diplomatische Bemühungen bremsen den Ausverkauf

Parallel zur militärischen Eskalation laufen Vermittlungsgespräche. Gold kletterte am Dienstag über 4.050 Dollar und erholte sich damit von jüngsten Verlusten. Investoren setzen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Vermittler arbeiteten am Montag an einem neuen Waffenstillstand. Berichte deuten auf eine mögliche zehntägige Waffenruhe hin. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt aktuell nur 4,65 Prozent – die Erholung bleibt also fragil.

Zinserwartungen verschärfen sich

Die Situation im Nahen Osten wirkt direkt auf die Zinserwartungen. Das trifft Gold als zinslosen Vermögenswert besonders. US-Staatsanleihenrenditen kletterten in dieser Woche spürbar.

Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 55 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Später am Tag stieg die eingepreiste Wahrscheinlichkeit sogar auf über 60 Prozent.

Die jüngste Eskalation trieb zudem die Ölpreise auf ein Mehr-als-Monats-Hoch. Höhere Energiekosten könnten den Inflationsdruck weiter verschärfen. Eine wachsende Zahl von Fed-Vertretern argumentiert deshalb, die Zinsen müssten länger hoch bleiben oder sogar weiter steigen. Für die kommende Sitzung gilt eine Zinspause dennoch als wahrscheinlichstes Szenario.

Zentralbanken bleiben Stütze

Unabhängig von der kurzfristigen Nervosität um Rotes Meer und Straße von Hormus bleibt die Nachfrage der Zentralbanken tragend. Der Dollar bewegt sich zuletzt fest, das verteuert Gold für Käufer außerhalb der USA zusätzlich. Zum 200-Tage-Durchschnitt liegt der Goldpreis derzeit 10,09 Prozent im Rückstand – der langfristige Aufwärtstrend ist damit unterbrochen.

Hält der von Vermittlern angestrebte zehntägige Waffenstillstand, dürfte der Risikoaufschlag im Goldpreis rasch schrumpfen. Scheitert die Vermittlung dagegen, bleibt die Marke von 4.000 Dollar der nächste Prüfstein für neue Käufe.

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