Gold: 57.000 Jobs zünden Rallye
Schwache US-Arbeitsmarktdaten lassen Dollar fallen und treiben Gold auf ersten Wochengewinn seit Mai.

- US-Jobwachstum im Juni enttäuscht massiv
- Dollar-Index fällt auf 100,85 Punkte
- Fed-Zinserhöhung im September wird unwahrscheinlicher
- Goldpreis überwindet Marke von 4.100 Dollar
Ein einziger Wirtschaftsbericht bringt den Goldmarkt am Freitag in Bewegung. Die US-Arbeitsmarktdaten für Juni fallen deutlich schwächer aus als erwartet. Der Dollar gibt nach, die Zinserwartungen sinken – und Gold nutzt die Gelegenheit für den ersten Wochengewinn seit Ende Mai.
Arbeitsmarktbericht enttäuscht deutlich
Die US-Wirtschaft schafft im Juni nur 57.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Analysten hatten mit einem Plus zwischen 110.000 und 115.000 Jobs gerechnet. Das ist der schwächste Zuwachs seit vier Monaten.
Hinzu kommt eine Korrektur: Statistiker senken die Zahlen der Vormonate nach unten. Das verstärkt den Eindruck eines abkühlenden Arbeitsmarktes.
Die Arbeitslosenquote sinkt zwar leicht auf 4,2 Prozent, nach 4,3 Prozent im Mai. Marktbeobachter führen den Rückgang aber vor allem auf eine sinkende Erwerbsbeteiligung zurück. Die Quote fällt auf 61,5 Prozent – den tiefsten Stand seit fünf Jahren.
Die Stundenlöhne steigen im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich liegt das Plus bei 3,5 Prozent.
Zinserwartungen sinken, Dollar schwächelt
Die schwachen Zahlen dämpfen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed spürbar. Laut CME FedWatch-Tool sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September von 66 Prozent auf etwa 51 bis 54 Prozent. Für die Sitzung im Juli sehen Händler die Chance auf eine Erhöhung nur noch bei unter 18 Prozent.
Der Dollar-Index reagiert prompt und fällt zeitweise auf 100,85 Punkte. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der Dollar-Zone günstiger.
Parallel dazu sinken die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf etwa 4,47 Prozent. Niedrigere Renditen senken die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.
Zentralbanken bleiben Käufer
Neben den US-Daten stützt eine anhaltend starke physische Nachfrage den Goldpreis. Eine Umfrage des Official Monetary and Financial Institutions Forum zeigt: 45 Prozent der befragten Zentralbanken wollen ihre Bestände in den kommenden zwölf Monaten aufstocken. Das ist ein Rekordwert.
Auch die Kursziele großer Häuser fallen optimistisch aus:
- Goldman Sachs erwartet für die kommenden zwölf Monate rund 4.900 US-Dollar je Unze
- UBS sieht Potenzial bis 5.200 US-Dollar
- Teilnehmer der OMFIF-Umfrage trauen dem Metall im nächsten Jahr sogar Marken zwischen 5.000 und 6.000 US-Dollar zu
Charttechnik zeigt Bodenbildung
Im zweiten Quartal 2026 hatte Gold noch rund 13 Prozent an Wert verloren. Am Freitag notiert der Spot-Preis zwischen 4.144 und 4.179 US-Dollar je Unze. Die aktuelle Erholung deutet auf eine nachhaltige Bodenbildung hin.
Charttechnisch hat Gold die Marke von 4.100 US-Dollar bereits überwunden. Der nächste Widerstandsbereich liegt zwischen 4.160 und 4.210 US-Dollar. Eine Unterstützung hat sich zwischen 4.000 und 4.032 US-Dollar gefestigt.
Zusätzlichen Rückenwind liefern geopolitische Risiken. Berichte über zunehmenden Schiffsverkehr und Sicherheitsbedenken in der Straße von Hormus stärken die Rolle von Gold als sicherer Hafen.
Hält der Kurs die Marke von 4.100 US-Dollar, könnte der Weg in Richtung 4.160 bis 4.210 US-Dollar frei werden. Rutscht Gold dagegen unter 4.032 US-Dollar zurück, dürfte die gerade begonnene Erholung schnell wieder ins Wanken geraten.
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