Gold: 58% Fed-Zinserhöhung bis Dezember
Steigende Anleiherenditen und Zinserwartungen setzen dem Goldpreis zu, trotz anhaltender Inflationssorgen durch höhere Ölpreise.

- Gold schließt Woche mit Verlusten
- Fed-Zinserhöhung wird wahrscheinlicher
- US-Anleiherenditen auf Mehrjahreshoch
- Edelmetallsektor insgesamt im Minus
Der Goldpreis hat die Woche mit Verlusten abgeschlossen. Nicht weil die Welt sicherer geworden wäre — sondern weil steigende Anleiherenditen und Zinsfantasien den klassischen Schutzreflex überlagerten.
Öl treibt Inflation, Inflation treibt Zinserwartungen
Der Auslöser kam vom Rohstoffmarkt. Steigende Ölpreise nährten Inflationssorgen. Die Straße von Hormus bleibt ein Risikofaktor, solange die Gespräche zwischen Washington und Teheran keinen Durchbruch zeigen. Marktteilnehmer gehen nicht von einer schnellen Einigung aus.
Die Folge: Inflationserwartungen steigen, und damit die Wahrscheinlichkeit höherer US-Leitzinsen. Terminmärkte preisten zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent ein, dass die Fed bis Dezember mindestens einmal um 25 Basispunkte anhebt. Für Gold ist das ein direktes Problem. Höhere Zinsen stützen Dollar und Anleiherenditen — beides belastet das unverzinste Edelmetall.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich nahe eines Niveaus, das seit mehr als einem Jahr nicht mehr erreicht worden war. Wer Anleihen hält, bekommt Zins. Gold zahlt nichts. Der Wettbewerb verschärft sich.
Verbraucherstimmung liefert weiteren Druck
Zusätzlich belastete die US-Verbraucherstimmung. Der Index der Universität Michigan fiel im Mai auf 44,8 Punkte, nach 49,8 im April. Die kurzfristigen Inflationserwartungen der Verbraucher stiegen auf 4,8 Prozent, die langfristigen kletterten auf 3,9 Prozent.
Das verstärkte das Bild eines hartnäckigen Preisdrucks — nicht eines klassischen Konjunktureinbruchs. Hohe Inflation kann Sachwerte wie Gold stützen. Reagieren Notenbanken aber mit Zinserhöhungen, kann der Renditeeffekt diesen Vorteil zunichte machen. Genau das geschah zum Wochenschluss.
Gesamter Edelmetallkomplex unter Druck
Die Bewegung traf nicht nur Gold. Silber verlor am Freitag 1,1 Prozent auf 75,85 Dollar je Feinunze. Platin gab 2,5 Prozent nach, Palladium 2,1 Prozent. Alle vier Metalle schlossen die Woche mit Verlusten.
Gold beendete den Freitag bei 4.510,50 Dollar je Feinunze, ein Wochenminus von rund einem Prozent. Seit dem Allzeithoch von 5.450 Dollar im Januar liegt der Rückstand bei über 17 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 4.669 Dollar bleibt vorerst außer Reichweite.
Entscheidend für die kommende Woche: Ob die Ölpreise weiter steigen oder Signale aus den Iran-Gesprächen den Inflationsdruck mindern. Solange der Markt höhere Zinsen als wahrscheinliche Fed-Reaktion einpreist, bleibt Gold anfällig.
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