Gold: 7 Prozent Anstieg in einer Woche
Gold steigt auf 4.697 US-Dollar, getragen von ETF-Käufen, Zentralbanken und schwachen US-Daten. Die Rally bleibt jedoch unter dem Jahreshoch.

- Goldpreis auf Drei-Monats-Hoch
- Breite Nachfrage von ETFs und Notenbanken
- Schwache US-Daten stützen Edelmetall
- Kurs noch 16 Prozent unter Rekordhoch
Der Goldpreis hat am Montag mit 4.680,70 US-Dollar je Feinunze den höchsten Stand seit drei Monaten markiert. Am heutigen Dienstag notiert die Feinunze bei 4.697,80 US-Dollar, ein leichtes Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage hat sich der Anstieg beschleunigt: Das Edelmetall legte in dieser Zeit um 7,0 Prozent zu.
ETF-Anleger und Notenbanken kaufen gleichzeitig
Anders als bei früheren Rallyes speist sich die aktuelle Bewegung aus mehreren Quellen zugleich. Nach dem schnellen Anstieg über 4.400 US-Dollar meldete die Deutsche Börse zunehmendes Interesse an Gold-ETFs, wobei sowohl währungsgesicherte als auch ungesicherte Produkte gefragt waren. Parallel dazu berichtete n-tv von anhaltender physischer Nachfrage aus China und fortgesetzten Zentralbankkäufen, die den Markt zusätzlich stützten.
Diese breite Nachfragebasis erklärt, warum der Preis trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer sein Aufwärtsmomentum gehalten hat. Reuters hatte für vergangenen Donnerstag noch einen Rücksetzer gemeldet, als der Spotpreis um 0,9 Prozent auf 4.479,12 US-Dollar fiel – belastet durch höhere Ölpreise und einen restriktiveren Fed-Ausblick.
Der Markt fing sich jedoch rasch wieder, auch weil ein schwächerer Dollar und sinkende US-Zinserwartungen Gold als zinslose Anlage attraktiver machten.
US-Finanzministerium als zusätzlicher Faktor
Reuters berichtete zudem, dass eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Renditen drücken zu wollen, den jüngsten Anstieg befeuert habe. Die Deutsche Börse verwies in diesem Zusammenhang auch auf schwache US-Konjunkturdaten als Preistreiber. Für Anleger verdichten sich damit mehrere Argumente zu einem Bild: Ein Zinsumfeld, das zunehmend goldfreundlich erscheint, trifft auf strukturelle Nachfrage von Notenbanken und privaten Investoren.
Der aktuelle Kurs liegt rund 11 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.214,67 US-Dollar – ein Hinweis darauf, wie deutlich sich die jüngste Beschleunigung von der mittelfristigen Trendlinie abgesetzt hat. Gleichzeitig bleibt der Preis noch 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 US-Dollar, das Ende Januar erreicht wurde. Der Markt hat also trotz der starken Wochenperformance noch Abstand zu seinen bisherigen Höchstständen.
Ausblick bleibt von mehreren Kräften abhängig
Ob sich die Rally fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die US-Zinserwartungen in den kommenden Wochen entwickeln und ob die Nachfrage aus China und von Notenbanken anhält.
Die Kombination aus geldpolitischen Signalen, physischer Nachfrage und institutionellem ETF-Interesse macht die aktuelle Bewegung breiter abgestützt als frühere kurzfristige Ausschläge – ein Umstand, den Anleger bei der Einordnung der Volatilität berücksichtigen dürften.
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