Gold: 8 Prozent Monatsverlust nach Fed-Kehrtwende

Die US-Notenbank streicht Zinssenkungen, der Goldpreis bricht ein. Zentralbankkäufe dämpfen den Absturz, charttechnisch droht weiteres Ungemach.

Die Kernpunkte:
  • Fed beendet Zinssenkungs-Hoffnungen
  • Gold fällt auf Monatssicht acht Prozent
  • Zentralbanken kaufen 244 Tonnen Gold
  • Charttechnik signalisiert weitere Verluste

Der Goldpreis steht unter massivem Druck. Die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh vollzieht eine abrupte Kehrtwende. Zinssenkungen sind vorerst vom Tisch. Das Edelmetall reagiert mit deutlichen Abschlägen.

Am Freitag schloss Gold bei 4.172,90 US-Dollar. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf knapp acht Prozent. Hauptauslöser für diese Talfahrt ist die US-Geldpolitik.

Das aktualisierte Punktdiagramm der Fed überraschte den Markt kalt. Zahlreiche Notenbanker planen wieder Zinserhöhungen. Der Median-Leitzins für das Jahresende klettert auf 3,8 Prozent. Die Fed strich alle Hinweise auf künftige Zinssenkungen ersatzlos aus ihrem Statement.

Diese harte Linie stärkt den US-Dollar enorm. Die Währung erreichte ein Acht-Wochen-Hoch. Parallel dazu steigen die Renditen für US-Staatsanleihen. Gold wirft keine Zinsen ab. Daher flüchten spekulative Anleger derzeit aus dem Markt.

Zentralbanken stützen den Kurs

Physische Käufe verhindern einen noch tieferen Absturz. Weltweite Zentralbanken erwarben im ersten Quartal 2026 netto rund 244 Tonnen Gold. Dieses Volumen übersteigt den Fünfjahresdurchschnitt deutlich. China stockte seine Reserven massiv auf. Auch Polen kaufte 31 Tonnen des Edelmetalls.

In Asien schwächelt die Nachfrage hingegen leicht. Indien hat die Importzölle angehoben. Das dämpft das lokale Interesse spürbar. Händler bieten Gold dort teilweise unter dem internationalen Spotpreis an. Die Folge: Ein wichtiger Puffer für den Weltmarkt fällt temporär aus.

Blick auf die Charttechnik

Charttechnisch trübt sich das Bild weiter ein. Der Preis notiert mittlerweile unter der 200-Tage-Linie. Für die kommende Woche rückt das März-Tief bei 4.098 US-Dollar in den Fokus. Fällt diese Unterstützung, droht ein rascher Test der 4.000-Dollar-Marke.

Auf der Oberseite blockiert ein massiver Widerstand bei rund 4.330 US-Dollar schnelle Erholungen. Anleger blicken nun auf die anstehenden PCE-Inflationsdaten. Fallen diese Preise höher aus als erwartet, zementiert das den restriktiven Kurs der Fed. Der Druck auf Gold würde in diesem Szenario weiter zunehmen.

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