Gold: ADP-Bericht entscheidet über 4.100er

Gold nähert sich 4.100 Dollar, getragen von sinkenden Zinserhöhungserwartungen. Die US-Arbeitsmarktdaten könnten die Richtung bestimmen.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis steigt auf 4.143 Dollar
  • Nahost-Entspannung senkt Zinserwartungen
  • Arbeitsmarktdaten als nächster Impulsgeber
  • Zentralbanken stützen Gold langfristig

Gold nähert sich wieder der Marke von 4.100 Dollar. Der Kurs schloss am Dienstag bei 4.143,60 Dollar, ein Plus von 0,80 Prozent. Auslöser ist eine mögliche diplomatische Lösung im Nahen Osten. Sie dämpft die Erwartung an eine weitere Fed-Zinserhöhung.

Diplomatische Entspannung senkt Zinserwartungen

US-Finanzminister Scott Bessent sprach von einem möglichen Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Eine Einigung könnte laut Bessent in den kommenden Tagen stehen. Der katarische Außenamtssprecher bestätigte, die Verhandlungen liefen weiter. Die Wiedereröffnung des Wasserwegs habe für beide Seiten oberste Priorität.

Die Nachricht senkte die Markterwartung für eine Fed-Zinserhöhung im September. Die implizite Wahrscheinlichkeit fiel auf 57 Prozent. Weniger Zinssorgen bedeuten in der Regel mehr Rückenwind für Gold. Anleger richten den Blick nun auf die US-Arbeitsmarktdaten dieser Woche.

Arbeitsmarktdaten als Schlüsselfaktor

Am Mittwoch steht der ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor an. Am Freitag folgen die offiziellen Nonfarm-Payrolls-Zahlen. Beide Berichte gelten als wichtigster Hinweis auf den weiteren Fed-Kurs in diesem Jahr.

Die Fed selbst bleibt gespalten. New-York-Fed-Präsident John Williams sagte, die Inflation schwäche sich weiter ab. Er betonte aber, die Fed würde bei anhaltendem Preisdruck nicht zögern, die Zinsen zu erhöhen. Drei Notenbanker hatten bei der vergangenen Zinsentscheidung gegen eine unveränderte Politik gestimmt. Sie bekräftigten, weitere Straffung sei gerechtfertigt.

Enge Handelsspanne trotz Rückenwind

Charttechnisch bleibt Gold unentschlossen. Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, sieht den Preis weiter in der Spanne zwischen 4.000 und 4.200 Dollar. Diese Range bestimmt die Notierungen bereits seit einem Monat.

Der RSI liegt aktuell bei 52 Punkten, ein neutraler Wert ohne klare Richtung. Der Kurs notiert zudem knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.184 Dollar. Das unterstreicht die fehlende Dynamik in beide Richtungen.

Zentralbanken bleiben strukturelle Stütze

Kurzfristig dominiert die Zinsdebatte. Langfristig bleibt die Nachfrage der Notenbanken aber ein wichtiger Faktor für den Goldmarkt. Daten des World Gold Council zeigen eine schwache Schmucknachfrage. Zuflüsse in goldgedeckte ETFs halten an, haben aber an Dynamik verloren.

Die Commerzbank erwartet, dass die Zentralbank-Käufe auf hohem Niveau bleiben. Sie dürften aber unter dem Vorjahreswert liegen.

Der ADP-Bericht am Mittwoch gilt als Vorbote für die Nonfarm-Payrolls am Freitag. Fällt der Arbeitsmarktbericht schwach aus, dürfte das die Zinserhöhungswahrscheinlichkeit für September weiter drücken. Das würde Gold zusätzlichen Rückenwind verleihen. Starke Daten dagegen könnten die Bewegung ins Gegenteil verkehren.

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