Gold: Arbeitsmarktbericht am 7. August im Fokus
Der Goldpreis verharrt nahe der 4.000-Dollar-Marke. Der anstehende US-Arbeitsmarktbericht gilt als richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Edelmetalls.

- Fed-Sitzung sorgt für Uneinigkeit
- Arbeitsmarktbericht als entscheidender Faktor
- Charttechnik: Unterstützung bei 3.900 Dollar
- ETF-Bestände zeigen Stabilisierungstendenzen
Der Goldpreis steckt fest. Nach der Fed-Sitzung in der vergangenen Woche pendelt das Edelmetall um die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Am Freitag richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht. Er dürfte entscheiden, in welche Richtung es als Nächstes geht.
Fed hält Zinsen – aber der Ausschuss ist gespalten
Die US-Notenbank ließ ihre Leitzinsen zum fünften Mal in Folge unverändert. Das überraschte die Märkte kaum. Im FOMC gab es dennoch Uneinigkeit, und genau das sorgte für Nachhandel-Volatilität bei Gold und dem Dollar.
Fed-Chef Kevin Warsh vermied klare Signale zum künftigen Zinspfad. Er lehnt eine vorbestimmte Geldpolitik grundsätzlich ab. Für die September-Sitzung preisen Investoren inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent für eine Zinserhöhung ein – deutlich mehr als noch vor der Fed-Entscheidung.
Der feste US-Dollar setzte Gold zusätzlich unter Druck. Ein starker Dollar verteuert Bullion für Käufer außerhalb der USA. Das drückt die Nachfrage und damit den Preis.
NFP-Bericht als nächste Belastungsprobe
Für die kommende Woche rückt die US-Konjunkturdatenlage in den Vordergrund. Der wichtigste Termin: der Arbeitsmarktbericht für Juli, der am Freitag, den 7. August, veröffentlicht wird. ISM-Umfragen, ADP-Beschäftigungsdaten und JOLTS-Stellenangebote liefern zusätzliche Hinweise zur Verfassung der US-Wirtschaft.
Fällt der Bericht deutlich schwächer aus als erwartet, dürften Zinssenkungsfantasien wieder zunehmen. Das würde Gold Auftrieb verleihen. Ein robuster Bericht dürfte dagegen die Diskussion um eine restriktivere Fed-Politik neu entfachen und den Druck auf das Edelmetall erhöhen.
Mittelfristig richtet sich der Blick bereits auf die Fed-Sitzung am 15. und 16. September. Viele Marktteilnehmer stufen sie als richtungsweisend ein, weil dort auch die quartalsweisen Wirtschaftsprojektionen der Notenbank vorgestellt werden.
Charttechnik: Die 4.000-Dollar-Marke wackelt
Gold schloss am Freitag bei 4.098,60 Dollar – ein Tagesminus von 1,54 Prozent. Der Kurs liegt damit 2,41 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.199,84 Dollar. Das zeigt: Der kurzfristige Trend bleibt angeschlagen, auch wenn sich zuletzt Stabilisierungsansätze zeigten.
Ein Schlusskurs unter 3.900 Dollar würde das bullische Szenario endgültig entkräften. Die nächste Unterstützung liegt bei rund 3.552 Dollar, eine weitere Zone zwischen 3.300 und 3.400 Dollar. Auf der Oberseite bleibt der Bereich um 4.300 bis 4.400 Dollar eine wichtige Hürde – Gold hat diese Zone im Juni verloren, seither wirkt sie als Widerstand.
Die wöchentliche Struktur begünstigt weiterhin Verkäufer. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über die 4.300-Dollar-Zone würde das Bild grundlegend aufhellen.
ETF-Bestände zeigen erste Stabilisierungssignale
Bei den größten Gold-Fonds mehren sich zumindest kurzfristig Anzeichen einer Bodenbildung. Der SPDR Gold Shares (GLD), der weltgrößte Gold-ETF, verzeichnete zuletzt wieder steigende Bestände.
Seit Jahresbeginn gingen die GLD-Bestände dennoch um 5,72 Prozent zurück. Mit 1.009,30 Tonnen liegt der Fonds weiterhin rund 25 Prozent unter seinem Rekordbestand aus dem Dezember 2012. Von einer breiten Trendwende bei institutionellen Anlegern kann trotz der jüngsten Zuflüsse noch nicht die Rede sein.
Die kommende Handelswoche dürfte damit zur Bewährungsprobe für die 4.000-Dollar-Marke werden. Entscheidend wird sein, ob der Arbeitsmarktbericht am Freitag die Zinssenkungserwartungen neu befeuert – oder der Fed-Kurs Richtung September weitere Argumente liefert.
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