Gold: Aufwachender Optimismus

Der Goldpreis profitiert von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und anhaltend hoher institutioneller Nachfrage. Der Fokus liegt nun auf US-Konjunkturdaten als nächstem Kurstreiber.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis steigt nach Militärschlägen gegen Iran
  • Starke Zuflüsse in physische Gold-ETFs im Januar
  • Zentralbanken kaufen weiterhin Gold in großem Umfang
  • US-Arbeitsmarktbericht als nächster wichtiger Impuls

Die Eskalation im Nahen Osten trifft den Goldmarkt zum Wochenstart mit voller Wucht. Nach koordinierten US-israelischen Angriffen auf Iran und einer schnellen iranischen Gegenreaktion steigt die Nachfrage nach dem Krisenmetall spürbar. Gleichzeitig rückt in dieser Woche auch der US-Datenkalender als zweiter Kurstreiber stärker in den Vordergrund.

Nahost-Eskalation schiebt Gold an

Am 28. Februar führten die USA und Israel koordinierte Militärschläge gegen Iran durch. Dabei wurden mehrere iranische Führungspersönlichkeiten getötet; früh am 1. März bestätigte der iranische Staatssender den Tod des Obersten Führers Ali Khamenei.

Iran reagierte am Morgen des 1. März mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Bahrain, Jordanien und Saudi-Arabien. Die Märkte preisen seit dem Wochenende ein erhöhtes Risiko eines breiteren regionalen Konflikts ein – inklusive möglicher Störungen von Öllieferungen über die Straße von Hormus.

Gold-Futures legten in einer Handelssitzung um über 2% zu. Zum Wochenauftakt am Montag notiert Gold bei 5.346 US-Dollar. Parallel dazu zeigte sich das typische Risk-off-Muster: Aktien unter Druck, Rohöl fester – was die Attraktivität von Gold als Wertaufbewahrungsmittel erhöht. ING verweist dabei auf den Mechanismus, dass eine Ausweitung des Konflikts über höhere Ölpreise auch Inflationserwartungen und Realrenditen beeinflussen kann – und damit Gold zusätzlich stützt.

Ein weiterer Faktor kommt aus dem physischen Markt: Dubai als wichtiges Drehkreuz für Handel und Transport. Flugausfälle und Sicherheitsfragen erschweren kurzfristig die Logistik und bremsen Goldflüsse. Zusätzlich wurden iranische Angriffe gemeldet, die unter anderem ein Wohngebäude in Bahrain sowie ein Hotel- und Einkaufsviertel in Dubai trafen.

ETF-Zuflüsse und Zentralbanken liefern Rückenwind

Die geopolitische Schockwelle trifft auf einen Markt, der bereits strukturell gestützt ist. Im Januar verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs Netto-Zuflüsse von 19 Milliarden US-Dollar. Dadurch stieg das weltweit verwaltete Vermögen (AUM) auf 669 Milliarden US-Dollar. Nordamerika allein kam im Januar auf 7 Milliarden US-Dollar Zuflüsse – der achte Monat in Folge mit positiven Mittelzuflüssen.

Auch von den Zentralbanken kommt Nachfrage: Chinas Zentralbank setzte ihre Goldkäufe im Januar 2026 laut Trading Economics im 15. Monat in Folge fort. Goldman Sachs erwartet für 2026 Zentralbankkäufe zwischen 773 und 1.117 Tonnen und ordnet das Jahr damit unter die stärksten Nachfragejahre seit 1971 ein.

US-Daten als zweiter Kurstreiber

Neben der Geopolitik richtet sich der Blick klar auf die US-Konjunktursignale, weil sie die Erwartungen an Zinssenkungen bewegen – und damit über US-Dollar und Renditen direkt auf den Goldpreis durchschlagen. Kann der US-Datenkalender die aktuelle Goldstärke zusätzlich untermauern? Genau hier liegt die kurzfristige Hebelwirkung dieser Woche.

Als potenzieller Taktgeber gilt der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag; davor könnten weitere US-Termine die Erwartungen in kurzen Schüben drehen.

Auch Banken haben ihre Ziele nach oben angepasst: UBS hob das Kursziel für XAU/USD auf 6.200 US-Dollar je Unze für März, Juni und September 2026 an (zuvor 5.000) und erwartet bis Ende 2026 einen moderaten Rückgang auf 5.900. J.P. Morgan erhöhte sein Jahresziel auf 6.300 US-Dollar und rechnet mit durchschnittlich 585 Tonnen Zentralbank- und Investorennachfrage pro Quartal. Die Deutsche Bank bestätigte in derselben Woche ein Ziel von 6.000 US-Dollar.

Zum Wochenstart bleibt das Umfeld ereignisgetrieben: Zuspitzungen im Nahen Osten können die Absicherungsnachfrage schnell wieder anfachen, während ein festerer US-Dollar oder steigende Renditen Rücksetzer wahrscheinlicher machen. Konkreter Fixpunkt für die nächste Richtungsbewegung ist in dieser Woche vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

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