Gold: Bank of Korea hält 104,4 Tonnen

Die Bank of Korea stockte ihre Goldreserven auf 104,4 Tonnen auf und kaufte ETF-Anteile. Zentralbanken weltweit treiben die Nachfrage auf Rekordniveau.

Die Kernpunkte:
  • Goldreserven auf 104,4 Tonnen erhöht
  • Zentralbanken kaufen Rekordmenge Gold
  • Investmentbanken prognostizieren steigende Preise
  • Goldpreis legt wöchentlich um 5,2 Prozent zu

Die Bank of Korea hat ihre Goldreserven im zweiten Quartal deutlich aufgestockt. Der südkoreanischen Notenbank zufolge hält sie mittlerweile 104,4 Tonnen Gold, was 1,1 Prozent ihrer Devisenreserven im Wert von rund 4,79 Milliarden Dollar entspricht.

Dafür kaufte die BOK knapp 680.000 Anteile des SPDR Gold Trust ETF und richtete einen neuen Kanal für inländisches Gold ein. Als Motiv nennt die Notenbank geopolitische Risiken und den Wunsch nach breiterer Diversifizierung ihrer Reserven.

Damit reiht sich Südkorea in einen breiteren Trend ein. Zentralbanken kauften im zweiten Quartal insgesamt 289 Tonnen Gold – ein Rekordwert. China erhöhte allein im Juni seine Bestände um etwa 15 Tonnen. Diese anhaltende offizielle Nachfrage gilt als struktureller Unterbau für den Goldpreis, unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.

Analysten sehen weiteres Potenzial nach oben

Parallel zu den Notenbankkäufen mehren sich optimistische Preisprognosen der großen Investmentbanken. Wells Fargo rechnet mit einem Goldpreis zwischen 4.900 und 5.100 Dollar je Unze bis Ende 2026 und sieht die Marke bis 2027 sogar bei 5.400 bis 5.600 Dollar.

Goldman Sachs kalkuliert für das laufende Jahr mit 4.900 Dollar, während UBS im ersten Halbjahr 2027 die Marke von 5.000 Dollar für erreichbar hält. Auch Morgan Stanley nennt für 2027 einen Zielwert von 5.000 Dollar.

Der Goldpreis notierte am Freitag bei 4.661,60 Dollar und legte an diesem Tag um 1,9 Prozent zu. Auf Sicht von sieben Tagen summiert sich der Anstieg auf 5,2 Prozent, was die von den Analysten beschriebene Aufwärtsdynamik bestätigt. Gleichzeitig bleibt der Markt von den Rekordständen entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar, aufgestellt Ende Januar, fehlen aktuell noch rund 17 Prozent.

ETF-Nachfrage zieht in Asien an

Auch auf Fondsebene zeigt sich die wiedererstarkte Attraktivität des Edelmetalls. In Südkorea meldeten Gold-Spot-ETFs wie ACE KRX Gold Spot und TIGER KRX Gold Spot deutliche Zuflüsse, nachdem der Goldpreis seit Monatsbeginn um rund acht Prozent gestiegen war. Investoren, die frühere Höchststände verpasst hatten, nutzten die Erholung offenbar, um wieder einzusteigen. Die physische Nachfrage habe sich generell belebt, heißt es aus dem Marktumfeld.

Diversifizierung statt Spekulation

Bemerkenswert ist, dass die aktuelle Kaufwelle weniger von kurzfristiger Spekulation als von strategischer Portfolioabsicherung getragen wird. Ray Dalio von Bridgewater brachte dies jüngst auf den Punkt: Angesichts wachsender Sorgen um die globale Verschuldung bevorzuge er Gold als Hauptabsicherung gegenüber Bitcoin, dem er nur eine kleine Position zubilligt.

Diese Einschätzung trifft auf ein Marktumfeld, in dem auch westliche Anleger verstärkt auf Substanzwerte setzen. Nach Berichten über Sektorrotationen an der Wall Street erhöhen Anleger ihre Cash-Quoten und greifen neben kurzlaufenden Anleihen auch zu Gold – ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall nicht auf Zentralbanken beschränkt bleibt, sondern auch private und institutionelle Investoren erfasst.

Für die kommenden Tage richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf das Jackson-Hole-Symposium der US-Notenbank, das vom 27. bis 29. August stattfindet, sowie auf US-Konjunkturdaten am 26. August. Beide Termine könnten die Richtung des Dollars und damit auch die weitere Preisentwicklung von Gold beeinflussen.

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