Gold: Barrick und Newmont fusionieren Nevada-Projekte

Barrick Gold und Newmont schaffen in Nevada einen großen Goldkomplex, während Fusionen, ETF-Zuflüsse und Preisprognosen den Sektor prägen.

Die Kernpunkte:
  • Nevada-Projekte werden gemeinsam organisiert
  • Transaktionswert erreicht 1,95 Milliarden Dollar
  • Equinox hebt Jahresprognose auf 920.000 Unzen
  • Goldman Sachs erwartet 4.900 Dollar

Während der Goldpreis nach der Rede von Fed-Gouverneur Kevin Warsh in Jackson Hole seine Rally unterbrochen hat, sorgt ein Zusammenschluss zweier Branchenschwergewichte für neue Impulse im Minensektor.

Barrick Gold und Newmont vereinbarten am Samstag, ihre Projekte in Nevada zu einem gemeinsamen Komplex zusammenzuführen. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf 1,95 Milliarden US-Dollar, die geschätzten Reserven auf nahezu 100 Millionen Unzen Gold.

Der Schritt zeigt, wie stark sich die Produzenten trotz der jüngsten Kursdelle weiter auf Wachstum ausrichten. Nevada gilt seit Jahrzehnten als eine der ergiebigsten Goldregionen der Welt, und die Bündelung benachbarter Claims spart typischerweise Erschließungs- und Infrastrukturkosten. Für Anleger ist die Größenordnung bemerkenswert: Mit knapp 100 Millionen Unzen an gebündelten Reserven entsteht einer der bedeutendsten Goldkomplexe Nordamerikas.

Konsolidierungswelle erfasst die Branche

Der Nevada-Deal reiht sich in eine Serie von Übernahmen und Fusionen ein, die den Sektor in den vergangenen Wochen geprägt haben. Auch kleinere Explorer bleiben aktiv: Westward Gold meldete jüngst Bohrergebnisse vom SSD-Ziel in Nevada mit einem Abschnitt von 34,9 Metern bei einem Gehalt von 2,91 Gramm Gold je Tonne.

Mayfair Gold wiederum veröffentlichte eine Vormachbarkeitsstudie für das Fenn-Gib-Projekt mit einer wahrscheinlichen Mineralreserve von 1,04 Millionen Unzen, kalkuliert bei einem Goldpreis von 1.750 US-Dollar – ein Niveau, das inzwischen weit unter dem tatsächlichen Marktpreis liegt und die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte zusätzlich absichert.

Parallel dazu treibt die Zusammenlegung von Equinox Gold und Orla Mining die Konsolidierung voran. Equinox Gold hat die Fusion bereits abgeschlossen und die Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 870.000 bis 920.000 Unzen angehoben, bei einem im zweiten Quartal realisierten Durchschnittspreis von 4.256 US-Dollar je Unze.

Goldman Sachs sieht weiteres Potenzial

Auf der Preisseite bleibt die Erwartungshaltung der großen Häuser optimistisch. Goldman Sachs prognostizierte am Sonntag einen Anstieg des Goldpreises auf 4.900 US-Dollar je Feinunze bis zum Jahresende, getrieben durch eine strukturell hohe Nachfrage der Zentralbanken.

Diese Einschätzung passt zu den Zuflüssen in physisch besicherte Gold-ETFs, die der World Gold Council für Juli mit 3 Milliarden US-Dollar bezifferte – die Gesamtbestände kletterten damit auf 4.068 Tonnen.

Am Markt hat sich die Stimmung zuletzt eingetrübt: Der Goldpreis schloss am Freitag bei 4.454,60 US-Dollar je Feinunze, ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 9,5 Prozent zu Buche, und gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 3.384,54 US-Dollar liegt der Kurs weiterhin 32 Prozent höher. Der Relative-Stärke-Index von 54,8 signalisiert keine überkaufte oder überverkaufte Lage.

Für die Minenkonzerne dürfte das aktuelle Preisniveau trotz der jüngsten Konsolidierung mehr als auskömmlich bleiben – die Nevada-Fusion von Barrick und Newmont zeigt, dass die Branche ihre Investitionsentscheidungen weiterhin auf robuste Goldpreise über mehrere Jahre hinweg ausrichtet.

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