Gold: Bitcoin folgt der Spur

Gold und Bitcoin steigen parallel auf Mehrmonatshochs. Schwacher Dollar und erweiterte Anleiherückkäufe treiben beide Anlageklassen an.

Die Kernpunkte:
  • Gold erreicht höchsten Stand seit Mai
  • Bitcoin klettert über 80.000 Dollar
  • Schwacher Dollar als gemeinsamer Treiber
  • Gold-ETFs verzeichnen Milliardenzuflüsse

Gold hat am Dienstag die Marke von 4.696 Dollar pro Feinunze erreicht – der höchste Stand seit Mitte Mai. Auffällig ist dabei nicht nur der Kursstand selbst, sondern die Gesellschaft, in der sich das Edelmetall bewegt: Bitcoin kletterte parallel über 80.000 Dollar und markierte damit ebenfalls ein Mehrmonatshoch. Zwei völlig unterschiedliche Anlageklassen laufen synchron – und der gemeinsame Treiber heißt schwacher Dollar.

Schwacher Dollar, sinkende Renditen

Der Auslöser liegt in Washington. Das US-Finanzministerium hat vergangene Woche seine Anleihe-Rückkaufprogramme ausgeweitet, was die langfristigen Treasury-Renditen drückte und dem Dollar zusetzte.

Der World Gold Council bezifferte den Kurssprung bei Gold infolge dieser Ankündigung auf rund drei Prozent. Hinzu kommt: Die Positionierung der Commodity Trading Advisors in Treasury-Futures bleibt sehr short – eine Umkehr dieser Wetten könnte den Renditedruck und die Dollarschwäche noch verstärken.

Am Devisenmarkt zeigt sich die Kehrseite: Der Euro legte gegenüber dem Dollar auf 1,1671 zu, gestützt auch von einem überraschend robusten Ifo-Geschäftsklima in Deutschland.

Nansen-Analyst Jake Kennis ordnet die Parallelbewegung von Gold und Bitcoin als klassischen Hard-Asset-Hedge ein – Anleger sichern sich gegen Entwertungs- und Fiskalrisiken ab. Er warnt aber auch, dass die Korrelation vorerst eher suggestiv als beweisend sei, da eine Dollarschwäche bei gleichzeitig erhöhten Renditen auch andere Ursachen haben kann, etwa steigende Inflationsunsicherheit.

ETF-Zuflüsse kehren zurück

Nach vier Verlustmonaten in Folge fanden Anleger im Juli mit einem Plus von rund zwei Prozent zurück zum Gold. Die goldgedeckten Exchange Traded Funds verzeichneten weltweit drei Milliarden Dollar an Nettozuflüssen – Europa führte mit zwei Milliarden Dollar, gefolgt von Asien und Nordamerika. Die Bestände wuchsen um 23 Tonnen auf 4.068 Tonnen, das verwaltete Vermögen kletterte um ein Prozent auf 530 Milliarden Dollar.

Die Rally beschleunigte sich im August zusätzlich, nachdem der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran endete. Neue US-Sanktionen zielen inzwischen ausdrücklich auch auf den iranischen Goldsektor – ein ungewöhnlicher Kanal, über den geopolitisches Risiko direkt in den Goldpreis einfließt.

Charttechnisch gilt die Rückeroberung der Zone um 4.500 Dollar als wichtiges Signal, da dort sowohl die 200-Tage-Linie als auch der seit Ende Januar laufende Abwärtstrend verlaufen.

Am Devisenmarkt notierte die Feinunze zuletzt bei 4.634 Dollar, rund 17 Dollar unter dem Vortagesniveau – ein Hinweis darauf, dass sich die Rally nach dem Intraday-Hoch bereits wieder etwas beruhigt hat. Für die kommenden Tage bleibt der Fed-Zinspfad der entscheidende Taktgeber: Die Märkte haben eine Zinserhöhung im September inzwischen weitgehend ausgepreist, was dem Gold zusätzlichen Rückenwind verschafft.

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