Gold: China kauft 20 Tonnen

Der Goldpreis fällt auf 4.403,16 US-Dollar. Zentralbankkäufe stützen den Markt, während steigende US-Zinserwartungen weiteren Druck erzeugen.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis verliert 0,6 Prozent
  • China kauft 20 Tonnen hinzu
  • Polen erweitert seine Goldreserven
  • US-Zinserhöhung wird wahrscheinlicher

Der Goldpreis notiert am Montag bei 4.403,16 US-Dollar je Feinunze und gibt damit 0,6 Prozent nach. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,1 Prozent zu Buche. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht diesmal nicht die Zinsdebatte, sondern die anhaltende Kauflust der Notenbanken.

China und Polen bauen Reserven weiter aus

Der World Gold Council meldete für Juli Netto-Käufe der Zentralbanken von 23 Tonnen, verteilt auf 33 Tonnen Bruttokäufe und 10 Tonnen Verkäufe. Die People’s Bank of China war mit einem Zukauf von 20 Tonnen der mit Abstand größte Akteur und hält ihre Reserven nun bei 2.366 Tonnen.

Polen stockte im gleichen Monat um 8 Tonnen auf. Emerging-Markets-Notenbanken bleiben damit die treibende Kraft am physischen Goldmarkt, auch wenn das Volumen im Jahresvergleich schrumpft: Die kumulierten Käufe seit Jahresbeginn liegen bei rund 130 Tonnen, verglichen mit etwa 160 Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Diese strukturelle Nachfrage wirkt wie ein Sicherheitsnetz unter dem Goldpreis, kann kurzfristige Zinsängste aber nicht vollständig ausgleichen. Genau das zeigt sich derzeit an den Terminmärkten, wo die Debatte um den Kurs der US-Notenbank die Richtung vorgibt.

Zinsdebatte bleibt Belastungsfaktor

Nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag mit 162.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft preisen Geldmärkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein. Seit der Veröffentlichung hat der Goldpreis rund 0,6 Prozent verloren.

Fed-Gouverneur Christopher Waller hatte sich am vergangenen Freitag noch für einen Zinserhalt ausgesprochen, sofern sich der Inflationsfortschritt in den August-Daten bestätigt – ein Szenario, das der überraschend robuste Jobbericht nun infrage stellt.

Zusätzliche Unsicherheit bringt ein schwächer als erwartet ausgefallener ADP-Bericht ins Spiel, der auf eine Verlangsamung am Arbeitsmarkt hindeutet und damit dem offiziellen Bericht widerspricht.

Fed-Chair Warsh hatte zudem im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt betont, dass bei der Inflationskontrolle noch Arbeit zu leisten sei. Laut CME FedWatch lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im laufenden Monat zuletzt bei 66,4 Prozent.

Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen

Der Goldpreis notiert derzeit 2,7 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, hat sich aber vom 50- und 100-Tage-Durchschnitt bereits wieder um rund 3,6 Prozent nach oben abgesetzt. Der Relative-Stärke-Index von 50,4 signalisiert einen neutralen Markt ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Signale.

Vom Allzeithoch bei 5.598,58 US-Dollar, erreicht am 29. Januar 2026, trennen den Kurs inzwischen 21 Prozent, während zum Jahrestief vom 8. September 2025 bei 3.576,77 US-Dollar noch ein Puffer von 23 Prozent besteht.

Für die kommende Woche richten sich alle Blicke auf das Fed-Zinstreffen am 15. und 16. September, das die nächste Richtungsentscheidung bringen dürfte. Zuvor steht in dieser Woche noch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank an, die zwar primär den Euro-Raum betrifft, über den Dollarkurs aber auch auf den Goldpreis durchschlagen kann.

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