Gold: Deutsche Bank sieht überverkaufte Lage

HSBC reduziert ihre Goldpreisprognosen, während Notenbankkäufe und geopolitische Risiken laut Analysehäusern langfristig stützen könnten.

Die Kernpunkte:
  • HSBC senkt beide Jahresprognosen
  • Gold gewinnt heute 0,4 Prozent
  • Deutsche Bank sieht überverkaufte Marktlage
  • Notenbankkäufe könnten den Markt stützen

Große Analysehäuser reagieren auf die jüngste Schwächephase beim Edelmetall. Laut Reuters senkte HSBC ihre durchschnittliche Prognose für das Jahr 2026 auf 4.490 US-Dollar je Feinunze, nachdem zuvor 4.560 US-Dollar veranschlagt worden waren. Für das Folgejahr reduzierte das Institut die Erwartung auf 4.825 US-Dollar je Unze.

Im heutigen Handel zeigt sich der Markt stabilisiert. Der Goldpreis legt heute um 0,4 Prozent auf 4.159,56 US-Dollar zu. In der Betrachtung der vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Rückgang von 6,1 Prozent zu Buche.

Getrübte Stimmung und gedämpfte Erwartungen

Der anhaltende Druck resultiert vor allem aus den veränderten Zinserwartungen in den Vereinigten Staaten. Solange festverzinsliche Wertpapiere hohe Erträge abwerfen, meiden viele Investoren unverzinste Anlagen. Zugleich dämpfen die starken Schwankungen an den Anleihemärkten das Interesse privater Anleger, was zu spürbaren Abflüssen aus börsengehandelten Fonds geführt hat.

Bei der Deutschen Bank blickt man gleichwohl auf eine zunehmend überverkaufte Lage. Daniel Ghali, Leiter des Metall-Researchs des Hauses, betonte, dass spekulative Long-Positionen gegenüber ihrem Höchststand im Juni um mehr als die Hälfte abgebaut wurden.

HSBC verweist darauf, dass die Notierung sich bereits nahe einem zyklischen Tief bewegen könnte. Fundamentale Faktoren wie Haushaltsdefizite und geopolitische Risiken dürften den Markt absichern.

Notenbanken als langfristige Stütze

Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen bleibt die Geldpolitik in den USA. Die Federal Reserve hatte ihren Leitzins vor rund einem Monat angehoben, seither verlor Gold rund 3,9 Prozent an Wert. Ein schwächerer US-Arbeitsmarktbericht sorgte zwar kurzfristig für Beruhigung an den Terminmärkten, löste bisher aber keine dynamische Erholung aus.

Langfristig setzen Marktbeobachter vor allem auf die anhaltende Nachfrage der Notenbanken. Nach Einschätzung von HSBC könnten Währungshüter bei weiter nachgebenden Notierungen wieder verstärkt als Käufer auftreten. Vor allem Schwellenländer diversifizieren ihre Währungsreserven kontinuierlich, um sich gegen Währungsrisiken und geopolitische Verwerfungen zu wappnen.

Auch bei der Deutschen Bank geht man davon aus, dass die offiziellen Käufe den physischen Markt stabilisieren. Der hohe Absicherungsbedarf gegen wachsende Staatsschulden bildet ein Gegengewicht zu den Zinsbelastungen. Für Anleger bleibt das Edelmetall damit ein wichtiger Baustein zur Portfoliodiversifikation, selbst wenn kurzfristig weitere Schwankungen drohen.

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