Gold: Dollar-Schwäche stützt Erholung
Enttäuschende US-Konjunkturdaten schwächen den Dollar und stützen den Goldpreis. Das Edelmetall notiert wieder nahe seinem Wochenhoch, während die Zinserwartungen sinken.

- Goldpreis steigt um 41 Dollar
- US-Einzelhandelsumsätze enttäuschen im Juli
- Konsumklima trübt sich spürbar ein
- Fed-Zinserhöhungs-Wetten werden reduziert
Schwache US-Konjunkturdaten drücken den Dollar – und schieben Gold zurück Richtung Wochenhoch. Die Feinunze kostet aktuell rund 4.392 Dollar, gut 41 Dollar mehr als am Vortag. Nach zwei Handelstagen mit Anschlussverkäufen zeigt das Edelmetall damit deutliche Erholungstendenzen.
Schwache Daten schwächen den Dollar
Der Auslöser liegt diesmal klar in den USA. Die Einzelhandelsumsätze fielen im Juli unerwartet, vor allem wegen sinkender Benzinpreise. Parallel dazu trübte sich das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima im August merklich ein – sowohl bei der Erwartungshaltung der Verbraucher als auch bei der Einschätzung der aktuellen Lage.
Für Gold ist das eine gute Nachricht, weil sie die Zinserwartungen dämpft. Händler reduzieren ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im September, da nachlassende Inflation und schwächere Beschäftigungsdaten den geldpolitischen Spielraum der Notenbank einschränken.
Ein schwächerer Dollar und niedrigere Zinserwartungen machen das zinslose Edelmetall relativ attraktiver – ein Zusammenhang, der sich in den vergangenen Handelstagen mehrfach bestätigt hat.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Bereich zwischen 4.386 und 4.455 Dollar gilt als wichtige Widerstandszone, an der sich Gold bereits mehrfach die Zähne ausgebissen hat. Der 100-Tage-Durchschnitt markiert dabei eine Hürde, die bislang nicht nachhaltig überwunden werden konnte.
Strukturell bleibt die Nachfrageseite intakt. Notenbanken kaufen weiter in signifikantem Umfang, was die langfristige Nachfragebasis stützt. Gleichzeitig liefern Goldminenbetreiber trotz gestiegener Förderkosten robuste Margen und Free Cashflow – ein Hinweis darauf, dass die aktuellen Preisniveaus für die Produzentenseite durchaus profitabel bleiben.
Kurzfristig bleibt der Kampf um die Marke von 4.400 Dollar entscheidend. Setzt sich die Dollar-Schwäche fort und bestätigen sich die gesunkenen Zinserhöhungserwartungen, dürfte Gold einen erneuten Versuch auf die Widerstandszone bei 4.455 Dollar unternehmen.
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