Gold: Dollar-Schwäche trifft Unterstützung

Notenbankkäufe stützen das Edelmetall, während Dollarentwicklung und US-Arbeitsmarktdaten den kurzfristigen Kurs beeinflussen.

Die Kernpunkte:
  • Gold erholte sich vom 52-Wochen-Tief
  • Anstieg stockte oberhalb von 4.150 Dollar
  • Notenbanken kauften 321 Tonnen im dritten Quartal
  • US-Arbeitsmarktbericht kann Zinserwartungen verändern

Nach dem Ausverkauf im Oktober hat sich Gold gefangen. Der Preis liegt wieder über 4.100 Dollar, doch ob die Erholung trägt, hängt vor allem am US-Dollar. Heute rückt der US-Arbeitsmarktbericht in den Mittelpunkt.

Vom Tief zurück über 4.100 Dollar

Vor knapp einer Woche markierte das Edelmetall bei 3.870 Dollar ein neues 52-Wochen-Tief. Seither hat es sich deutlich erholt und kostete am Donnerstag zeitweise 4.130 Dollar je Feinunze. Oberhalb von 4.150 Dollar kam die Bewegung allerdings ins Stocken, weil Dollar und Anleiherenditen nach dem Wahlausverkauf wieder etwas Boden gutmachten.

Den Rückenwind lieferten die US-Zwischenwahlen. Die Demokraten gewannen die Kontrolle über den Kongress, der Dollar gab nach, die Renditen sanken. Marktbeobachter sehen darin eine Bremse für die Finanzpolitik des Präsidenten. Da Gold in Dollar gehandelt wird, wird es für Käufer aus anderen Währungsräumen günstiger. Zinslose Anlagen gewinnen zudem an Reiz, wenn die Renditen fallen.

Skepsis bei kurzfristigem Ausblick

Roukaya Ibrahim, Rohstoffstrategin bei BCA Research, bleibt vorsichtig. Sie sieht Technik und Makrolage in unterschiedlichen Richtungen. Die Abweichung vom 200-Tage-Durchschnitt erreichte ein Niveau wie zuletzt Ende Juli, damals bildete Gold einen Boden. Den Ausverkauf hält sie für ungewöhnlich und möglicherweise liquiditätsgetrieben, einen strukturellen Bruch erkennt sie nicht.

Kurzfristig erwartet sie dennoch eine Seitwärtsbewegung. Hartnäckige Inflation hält die Fed auf restriktivem Kurs, und Brent notiert im Zuge des Kriegs gegen Iran nahe 100 Dollar je Barrel. Bei einem bis Ende 2026 relativ starken Dollar sieht Ibrahim wenig Raum für eine nachhaltige Rally. Der Dollar-Rückgang nach der Wahl erfüllt eine ihrer Bedingungen, bisher aber nur als Tagesbewegung.

Zentralbanken als Fundament

Stützend wirkt die Nachfrage der Notenbanken. Im dritten Quartal kauften sie netto 321 Tonnen, 42 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich über dem Fünfjahresschnitt. Ibrahim sieht darin einen langfristigen Pfeiler. Den größeren Katalysator erwartet sie von privaten Investoren, falls Sorgen um die US-Staatsfinanzen zunehmen.

Heute steht der US-Arbeitsmarktbericht an. Er kann die Zinserwartungen an die Fed und damit den Dollar neu ausrichten. Die Marke von 4.000 Dollar gilt als kritische Unterstützung: Hält sie, bleibt die Erholung intakt. Ein günstigeres Umfeld sieht Ibrahim frühestens Anfang 2027, falls der Dollar schwächer wird und der Inflationsdruck nachlässt.

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