Gold: Dollar über 100 Punkte bremst Erholung
Der Goldpreis verzeichnete im Juli den ersten Monatsgewinn seit Februar, trotz eines Rückschlags zum Monatsende. Ein stärkerer Dollar und robuste US-Konjunkturdaten setzten das Edelmetall unter Druck.

- Goldpreis fällt um 1,54 Prozent
- Dollar-Index steigt über 100 Punkte
- US-Verbrauchervertrauen übertrifft Erwartungen
- Fed lässt Zinsen unverändert
Gold beendete den Juli mit einem Rückschlag. Am Freitag fiel der Preis um 1,54 Prozent auf 4.098,60 US-Dollar je Feinunze. Auslöser war ein plötzlich erstarkter Dollar, der die Nachfrage nach dem sicheren Hafen dämpfte.
Starker Dollar und robuste Konjunkturdaten setzen Gold zu
Der US-Dollar-Index legte um 0,3 Prozent zu und kletterte wieder über die Marke von 100 Punkten. Tags zuvor war er noch um bis zu 2,4 Prozent gefallen. Diese Erholung schmälerte kurzfristig die Attraktivität von Gold.
Hinzu kamen überraschend starke US-Konjunktursignale. Der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan stieg auf 55,2 Punkte. Analysten hatten nur 54 Punkte erwartet, im Juni lag der Wert noch bei 49,5 Punkten. Die verbesserte Stimmung und nachlassende kurzfristige Inflationserwartungen reduzierten die Nachfrage nach Gold als Absicherung.
Trotz des Rückschlags zum Monatsende bleibt die Juli-Bilanz für Gold positiv. Das Edelmetall verzeichnete den ersten Monatsgewinn seit Februar. Auch auf Wochenbasis legten die Notierungen zuletzt zu, nach mehreren rückläufigen Monaten zuvor.
Fed hält Zinsen, Falken bleiben laut
Die Zinsentscheidung der US-Notenbank vom Mittwoch wirkt weiter nach. Die Fed ließ die Zinssätze wie erwartet unverändert. Fed-Chef Kevin Warsh vermied dabei klare Signale zu Inflation und künftigen Zinsschritten.
Einstimmig fiel die Entscheidung nicht. Mindestens drei Entscheidungsträger plädierten angesichts hartnäckiger Inflation für höhere Zinsen. Warsh bekräftigte zugleich das Festhalten am jährlichen Inflationsziel von 2 Prozent.
Der Markt preist eine weitere Zinserhöhung deshalb nicht vollständig aus. Aktuell liegt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September bei rund 63 Prozent.
Nahost-Konflikt bleibt Belastungsfaktor
Auch geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt und die Zinsentwicklung macht Händler nervös. Normalerweise würde diese Gemengelage Gold als Krisenschutz stützen.
Stattdessen wachsen die Sorgen über steigende Ölpreise. Höhere Energiekosten könnten die Inflation anheizen und Notenbanken zu einer restriktiveren Haltung zwingen. Das dämpft derzeit auch die klassische Rolle von Gold als sicherer Hafen.
Charttechnik: Signale für eine Bodenbildung
Auf der technischen Seite mehren sich Hinweise auf eine mögliche Stabilisierung. Der relative Stärke-Index liegt bei 48,6 Punkten. Das ist ein neutraler Wert, der weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation anzeigt.
Saisonal betrachtet befindet sich Gold derzeit in einer typischerweise schwächeren Phase. Juli und August bilden traditionell den Abschluss dieser Schwächephase. Nicht selten legen diese Monate den Grundstein für ein starkes Jahresfinale – die aktuelle Konsolidierung passt ins Bild.
Der Dollar bleibt der Schlüsselfaktor
Für die kurzfristige Richtung des Goldpreises bleibt die Dollar-Entwicklung entscheidend. Steigende Ölpreise trieben zuletzt die Renditen von US-Staatsanleihen an. Das half dem Dollar-Index beim Sprung über die 100-Punkte-Marke, während die 102-Punkte-Marke bislang verwehrt blieb.
Ob Gold aus der laufenden Konsolidierung ausbrechen kann, hängt von zwei Faktoren ab: der weiteren Dollar-Entwicklung und den Zinssignalen der Fed. Der nächste wichtige Impuls dürfte der US-Verbraucherpreisindex am 12. August sein. Die Notenbank selbst tagt am 15. und 16. September – dort dürften auch neue Wirtschaftsprojektionen für Klarheit sorgen.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 1. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




