Gold: Dollar und Ölpreisanstieg belasten
Neue US-Angriffe auf Iran treiben Ölpreis und Dollar, Gold fällt auf 4.439 Dollar. Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung.

- Gold fällt auf 4.439 Dollar
- Ölpreis steigt durch Iran-Eskalation
- Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
- PCE-Daten könnten Druck verstärken
Der Goldpreis steht seit Tagen unter Druck — und die Lage hat sich am Donnerstag weiter zugespitzt. Neue US-Angriffe auf iranische Militärziele heizten den Ölpreis an, stärkten den Dollar und schürten Inflationserwartungen. Für Gold war das eine denkbar ungünstige Kombination.
Warum Gold fällt, obwohl die Welt brennt
Eigentlich gilt Gold als klassischer Krisengewinner. Diesmal funktioniert das Muster nicht. Der Grund: Der Iran-Konflikt treibt nicht nur die Risikoaversion an, sondern vor allem den Ölpreis — und damit die Inflationssorgen. Höhere Inflation bedeutet potenziell höhere Zinsen, und in einem Hochzinsumfeld verliert das zinslose Edelmetall gegenüber Dollar-Anlagen an Attraktivität.
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Fed-Gouverneurin Lisa Cook unterstrich das am Vortag: Sie hält eine Zinserhöhung für möglich, sollte der Preisdruck durch Zölle, den Konflikt oder den KI-Investitionsboom weiter steigen. Laut FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Leitzinsen bis Jahresende steigen, mittlerweile bei über 47 Prozent. Das belastet Gold erheblich.
Friedenshoffnungen zerplatzt, Eskalation geht weiter
Die Preisschwäche begann bereits am Mittwoch. Iraner berichteten von einem fertig ausgehandelten Memorandum of Understanding, das die Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende des US-Militäreinsatzes vorsehen sollte. Das Weiße Haus wies das Dokument umgehend als Fälschung zurück. Trump formulierte es klar: Ein Abkommen sei nur unter US-Bedingungen denkbar — andernfalls werde der Konflikt „zu Ende geführt“.
Am Donnerstagmorgen folgten dann neue US-Angriffe auf iranische Anlagen nahe Bandar Abbas, woraufhin die iranischen Revolutionsgarden einen US-Luftwaffenstützpunkt attackierten. Von einer Deeskalation ist die Region weit entfernt.
Der Spot-Goldpreis fiel in der Folge auf rund 4.439 Dollar je Feinunze. Seit Mitte Mai pendelt das Edelmetall in einer engen Spanne zwischen rund 4.400 und 4.600 Dollar — nach oben fehlt der Impuls, nach unten wirkt die Nachfrage als Puffer.
Am Donnerstagnachmittag veröffentlichen die USA den PCE-Preisindex für April — den bevorzugten Inflationsindikator der Fed. Fällt die Zahl höher aus als erwartet, dürfte der Druck auf den Goldpreis weiter zunehmen.
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