Gold: ETFs ziehen 18 Milliarden Dollar an

Dollarstärke und höhere US-Renditen drücken den Goldpreis, während China-Importe und ETF-Zuflüsse die Nachfrage stützen.

Die Kernpunkte:
  • Gold verliert wöchentlich 2,4 Prozent
  • China importierte bis August 1.077 Tonnen
  • Gold-ETFs erhielten im August 18 Milliarden Dollar
  • Streik in Malis Loulo-Gounkoto-Mine abgesagt

Das Edelmetall steuert zum Ende der Handelswoche auf den zweiten wöchentlichen Verlust in Folge zu. Ein festerer US-Dollar und erhöhte Renditen für US-Staatsanleihen belasten die Notierungen spürbar. Am heutigen Freitag notiert die Feinunze mit einem leichten Tagesplus von 0,2 Prozent bei 4.185,67 USD, verzeichnet auf Wochensicht jedoch einen Rückgang von 2,4 Prozent.

Die geldpolitischen Rahmenbedingungen bleiben der wesentliche Bremsfaktor an den Terminmärkten. Zwar hatten schwächere US-Inflationsdaten vor gut einer Woche für etwas Entlastung gesorgt, falkenhafte Signale der Federal Reserve dämpfen seither die Zinssenkungshoffnungen.

Steigende Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten der zinslosen Anlage. Gleichzeitig verteuert die Stärke der US-Währung den Kauf des Edelmetalls für Anleger außerhalb des Dollarraums.

Asiatischer Markt zeigt anhaltende Kaufbereitschaft

Trotz dieses makroökonomischen Gegenwinds erweist sich die physische Nachfrage als beachtliche Stütze. Laut Reuters importierte China bis Ende August insgesamt 1.077 Tonnen Gold. Die Nachrichtenagentur führt diese robuste Entwicklung auf eine Nachfrageprämie zurück, die sich seit 2022 im Markt etabliert hat.

Mit dem Beginn der Feiertagswoche richtet sich das Augenmerk der Händler nun verstärkt auf den asiatischen Einzelhandel. Der World Gold Council bezeichnete die sogenannte Golden Week als traditionellen Beginn der Hauptkaufzeit im Reich der Mitte.

Im bisherigen Jahresverlauf hatten allerdings das hohe Preisniveau und ein verhaltenes Konsumklima die Nachfrage nach Goldschmuck gebremst. Medienberichten zufolge waren die lokalen Aufschläge im Vorfeld der Feiertage zeitweise auf null gesunken.

Zuwächse bei börsengehandelten Fonds

Auf institutioneller Seite zeichnete sich zuletzt wieder verstärktes Interesse ab. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs im August weltweite Zuflüsse von 18 Milliarden US-Dollar. Die gesamten Bestände dieser Fonds stiegen dadurch auf 4.189 Tonnen an.

Parallel zu dieser Entwicklung trennten sich spekulative Marktteilnehmer an den Terminmärkten von Teilen ihrer Long-Positionen. Auf der Angebotsseite entspannte sich die Lage im westafrikanischen Bergbausektor: Barrick Mining vereinbarte einen neuen Tarifvertrag mit den Gewerkschaften am Minenkomplex Loulo-Gounkoto in Mali.

Laut Reuters wurde der angekündigte Streik daraufhin abgesagt. Das Kräftemessen zwischen fester US-Währung und anhaltendem physischem Kaufinteresse prägt somit weiterhin das Marktgeschehen.

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