Gold: EZB meldet 27 Prozent
Goldanteil an weltweiten Reserven erreicht Rekord von 27 Prozent. Zentralbanken aus Polen und China treiben die Nachfrage an.

- Goldanteil an Reserven auf Rekordhoch
- Polen und China kaufen kräftig zu
- Asiatische Privatanleger treiben Nachfrage
- EZB warnt vor Bewertungseffekten
Im globalen Währungssystem verschieben sich die Gewichte massiv. Zum ersten Mal macht Gold einen größeren Teil der weltweiten offiziellen Währungsreserven aus als US-Staatsanleihen. Dieser strukturelle Wandel trifft auf einen Markt, in dem die Notenbanken nach einer kurzen Pause wieder aktiv auf der Käuferseite stehen.
Polen und China stocken auf
Der World Gold Council verzeichnete für den Monat April weltweite Nettokäufe der Zentralbanken im Umfang von 17 Tonnen. Damit dreht der Trend nach den gemeldeten Verkäufen im März wieder ins Positive. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem osteuropäische und asiatische Akteure.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Polen sicherte sich allein 14 Tonnen und baute seinen Bestand im laufenden Jahr merklich aus. Die Edelmetallreserven des Landes machen nun knapp ein Drittel der gesamten nationalen Währungsreserven aus. Parallel dazu setzte die People’s Bank of China ihre anderthalbjährige Kaufserie fort und erwarb acht Tonnen. Auf der Verkäuferseite stand indes Russland, das seine Bestände moderat reduzierte.
Ein Rekord mit optischer Täuschung
Der Juni-Bericht der Europäischen Zentralbank ordnet diesen Goldhunger in einen größeren Kontext ein. Ende 2025 kletterte der Anteil des Edelmetalls an den weltweiten Reserven auf 27 Prozent. Damit ließ Gold sowohl US-Staatsanleihen als auch den Euro deutlich hinter sich.
Die EZB schränkt diese historische Verschiebung allerdings ein. Der Aufstieg basiert zu einem erheblichen Teil auf reinen Bewertungseffekten, da der Goldpreis in den Vorjahren rasant gestiegen war. Rechnet man mit den Preisen von Ende 2023, dominieren US-Treasuries mit 26 Prozent weiterhin klar vor Gold und Euro.
Aktuell spiegelt der Markt diese extreme Preisdynamik der Vorjahre nicht mehr wider. Mit einem Kurs von rund 4.466 US-Dollar notiert die Feinunze gut 20 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Januar. Der Preis handelt mittlerweile unterhalb seiner 50-Tage-Linie, was auf eine kurzfristig abkühlende Dynamik hindeutet.
Asiens Privatanleger stützen den Markt
Abseits der Notenbanken zeigt sich eine tiefgreifende Umschichtung in der privaten Nachfrage. Während die Schmuckverarbeitung im ersten Quartal um fast ein Viertel einbrach, explodierte der Appetit auf Barren und Münzen. Mit einem Volumen von rund 474 Tonnen lag dieses Segment satte 42 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Das Gravitationszentrum dieses Booms liegt in Asien. Chinesische Anleger kauften 207 Tonnen in Form von physischem Anlagegold — der höchste Quartalswert seit dem Jahr 2013. In Indien kletterte die Nachfrage im selben Bereich um über ein Drittel auf 62 Tonnen. Hinzu kommen massive Zuflüsse in asiatische Gold-ETFs, während nordamerikanische Fonds Kapitalabflüsse verbuchten.
Die Rolle von Gold als Reserveanlage hat sich sichtbar verfestigt. Die strukturellen Nachteile des Rohstoffs — fehlende laufende Zinsen und hohe Lagerkosten — begrenzen jedoch die vollständige Vergleichbarkeit mit liquiden Staatsanleihemärkten. Der Markt stützt sich derzeit auf zwei fundamentale Säulen: die anhaltende physische Investmentnachfrage aus Asien und die geopolitisch motivierten Käufe der Notenbanken.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 4. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




