Gold: Fed-Bremse für Edelmetalle!
Nur 29.000 neue Stellen im September senken die Markterwartung für eine US-Zinserhöhung im Oktober auf rund 22 Prozent.

- US-Arbeitsmarkt schafft 29.000 Stellen
- Frühere Beschäftigungswerte um 60.000 korrigiert
- Oktober-Zinserhöhung nur noch 22 Prozent wahrscheinlich
- Gold schloss bei 4.144,04 US-Dollar
Schwache US-Arbeitsmarktdaten haben den Zinsdruck von den Edelmetallmärkten genommen und dem Goldpreis zu Wochenbeginn wieder etwas Halt gegeben. Nach deutlichen Abgaben in der vorangegangenen Handelswoche sorgt die überraschende Abkühlung am US-Arbeitsmarkt dafür, dass Marktteilnehmer einen weiteren Zinsschritt der Federal Reserve im Oktober für deutlich unwahrscheinlicher halten. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 4.144,04 USD je Feinunze.
Deutliche Abkühlung am US-Arbeitsmarkt
Auslöser des Stimmungswechsels war der US-Arbeitsmarktbericht für September. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im vergangenen Monat lediglich 29.000 neue Stellen, während Analysten im Schnitt mit einem Zuwachs von 90.000 Arbeitsplätzen gerechnet hatten.
Zugleich wurden die Beschäftigungszahlen für Juli und August zusammen um rund 60.000 Stellen nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote stieg parallel dazu auf 4,2 Prozent, nachdem im Vormonat noch 4,1 Prozent verzeichnet worden waren.
Die schwächeren Jobdaten nehmen der US-Notenbank den Druck, die geldpolitischen Zügel unmittelbar weiter anzuziehen. Für das unverzinsliche Edelmetall bedeutet eine mögliche Pause im Straffungszyklus eine spürbare Entlastung, da steigende Renditen und hohe Leitzinsen traditionell die Attraktivität von Zinsanlagen gegenüber Gold erhöhen.
Zinserwartungen für Oktober brechen ein
Die veränderten Rahmenbedingungen spiegeln sich deutlich an den Terminmärkten wider. Laut CME FedWatch brach die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinserhöhung im Oktober von zuvor fast 70 Prozent auf rund 22 Prozent ein.
Der Markt stellt sich überwiegend darauf ein, dass die Notenbank die Zinsen auf ihrem nächsten Treffen am 28. Oktober vorerst nicht anrührt. Erst am 16. September hatte die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.
Trotz der nachlassenden Zinssorgen bleibt der Spielraum für eine kräftige Erholung vorerst begrenzt. US-Staatsanleihen rentieren weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Analysten von ANZ verwiesen zudem darauf, dass anhaltende Inflationsrisiken durch gestiegene Energiepreise den Handlungsspielraum der Währungshüter einschränken und Golds Erholungspotenzial dämpfen könnten.
Wichtige Datenpunkte voraus
In den kommenden Tagen richten die Marktteilnehmer ihren Blick auf weitere Signale aus der US-Geldpolitik. Am Mittwoch wird das Protokoll der jüngsten Sitzung der Federal Reserve veröffentlicht, das tiefere Einblicke in die internen Zinsdiskussionen der Notenbanker bieten dürfte. Zudem steht am 14. Oktober der nächste US-Verbraucherpreisbericht an, der als zentraler Gradmesser für die geldpolitischen Entscheidungen im Herbst gilt.
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