Gold: Fed-Dissens mit drei Gegenstimmen

Gold hält trotz Ölpreisrückgang die 4.000-Dollar-Marke. Fed-interne Zinskonflikte und Iran-Gespräche prägen die weitere Entwicklung des Edelmetalls.

Die Kernpunkte:
  • Iran-Gespräche senken Ölpreis
  • Goldpreis trotzdem über 4.000 Dollar
  • Fed-interne Uneinigkeit über Zinserhöhung
  • Commerzbank sieht begrenzten Gold-Spielraum

US-Präsident Donald Trump hat einen für diesen Montag geplanten Großangriff auf den Iran vorerst ausgesetzt. Stattdessen kündigte er Gespräche für den Nachmittag an, bei denen es um die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm gehen soll. Teheran bestreitet, um eine solche Pause gebeten zu haben, und spricht von einer „neuen Lüge“. Reuters berichtete, dass der Goldpreis auf diese Entwicklung deutlich zulegte, während sich die Ölpreise gleichzeitig verbilligten.

Iran-Diplomatie bewegt Öl und Edelmetalle

Die Nachrichtenlage bleibt fragil. Ein im Juni ausgehandeltes Rahmenabkommen war zuvor gescheitert, im Juli hatten die Angriffe wieder begonnen. Zudem meldeten Agenturen eine Explosion nahe einem Tanker in der Straße von Hormus, jener Meerenge, über die ein erheblicher Teil der weltweiten Ölexporte läuft. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung ließ die Risikoprämie am Ölmarkt sinken. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab der Brent-Preis um knapp sieben Prozent nach und rutschte auf über 83 Dollar pro Barrel. Für Gold wirkte die Entspannung an der geopolitischen Front zunächst wie ein Doppelsignal: Weniger Kriegsangst dämpft zwar die reine Fluchtnachfrage, doch die parallel sinkenden Energiekosten nehmen Druck aus der Inflationsdebatte, was wiederum die Zinsdiskussion befeuert.

Fed-Dissens sorgt für zusätzlichen Rückenwind

Genau dort liegt der zweite Treiber der aktuellen Goldstärke. Die US-Notenbank hatte am vergangenen Mittwoch ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Unter Fed-Chef Kevin Warsh stimmten drei Vertreter gegen die Entscheidung und forderten eine Anhebung um 25 Basispunkte – der stärkste interne Widerstand seit einem Jahrzehnt. Warsh selbst sprach von einem gewollten „Familienstreit“, den er nun bekommen habe. Die Verbraucherpreise waren zuletzt mit 3,5 Prozent im Jahresvergleich gestiegen und liegen damit weiterhin klar über dem Notenbankziel. An den Terminmärkten wird einer Zinserhöhung im September inzwischen wieder eine Wahrscheinlichkeit von rund 68 Prozent zugeschrieben. Mehrere Fed-Vertreter warnten zudem ausdrücklich davor, dass die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel verharren könnte.

Diese Gemengelage stützt die Rolle des Goldes als Absicherung. Die Commerzbank verweist darauf, dass der Ölpreisanstieg der vergangenen Wochen zusammen mit den anhaltenden Inflationssorgen dem Edelmetall Auftrieb gibt. Gleichzeitig warnen die Analysten des Bankhauses, dass mögliche Fed-Zinserhöhungen den weiteren Spielraum nach oben begrenzen dürften. Zinserhöhungen verteuern die Opportunitätskosten des Haltens von Gold, weil das Metall selbst keine laufenden Erträge abwirft.

Marke von 4.000 Dollar bleibt Fixpunkt

Nach einer volatilen Vorwoche verteidigt Gold weiterhin die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar je Feinunze. Marktbeobachter kalkulieren für die kommenden Tage mit einer Handelsspanne zwischen 4.000 und 4.100 Dollar, solange die Iran-Gespräche und die Zinserwartungen der Fed die Richtung vorgeben. Auch die übrigen Edelmetalle profitierten von der Gemengelage: Silber, Platin und Palladium zogen im Sog des Goldes ebenfalls an. Für Anleger bleibt der Montag damit ein Tag mit zwei gegenläufigen Kräften – nachlassende Kriegsangst auf der einen, anhaltende Zinsunsicherheit auf der anderen Seite. Der Ausgang der für den Nachmittag angesetzten Iran-Gespräche dürfte in den kommenden Stunden zeigen, welche der beiden Kräfte am Ende überwiegt.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold