Gold: Fed-Falken bremsen Rally

Trotz geopolitischer Spannungen und steigender Ölpreise bleibt der Goldpreis schwach. Grund sind wachsende Wetten auf eine US-Zinserhöhung, die den Dollar stärken.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis trotz Iran-Konflikt kaum verändert
  • Zinserhöhungswetten belasten Edelmetall
  • Ölpreise erholen sich von Dreiwochentief
  • US-Arbeitsmarktdaten könnten Richtung vorgeben

Eigentlich hätte Gold in dieser Woche allen Grund zu glänzen: Ein schwelender Konflikt zwischen den USA und dem Iran, steigende Ölpreise, Unsicherheit an den Devisenmärkten. Trotzdem kommt der Goldpreis kaum vom Fleck. Der Grund liegt ausgerechnet dort, wo Anleger sonst Rückenwind für das Edelmetall erwarten würden — beim Dollar.

Zinserhöhungswetten drücken auf die Stimmung

Der am aktivsten gehandelte Dezember-Future auf Gold zog am Dienstagmorgen um 24,90 auf 4.115,40 Dollar je Feinunze an. Nennenswerten Auftrieb bringt das aber nicht, denn am Markt verfestigen sich Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank. Das FedWatch-Tool der CME Group beziffert die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt um 25 Basispunkte Mitte September mittlerweile auf rund 65 Prozent.

New Yorks Fed-Präsident John Williams zeigte sich zwar zuversichtlich, dass der Inflationsdruck allmählich nachlässt. Sollte das nicht eintreten, werde die Notenbank aber nicht zögern zu reagieren, stellte er klar. Genau diese hawkische Erwartungshaltung wirkt wie ein Deckel auf dem Goldpreis — ein zinsloses Edelmetall verliert an Attraktivität, wenn höhere Zinsen locken.

Iran-Spannungen stützen den Dollar statt Gold

Ungewöhnlich ist auch, woher der Inflationsdruck kommt: Die Ölpreise. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran dauert inzwischen fünf Monate an und belastet die Öltransporte spürbar. WTI kletterte im frühen Handel um 0,98 auf 81,32 Dollar, Brent um 1,34 auf 85,11 Dollar — beide erholten sich damit von einem Dreiwochentief.

Trump erklärte, Gespräche mit Teheran liefen, nannte sie zugleich die „letzte Chance“ für ein Abkommen. Der Iran wiederum bestritt, dass überhaupt Verhandlungen stattfinden. Mit der Straße von Hormus und weiteren maritimen Engpässen bleibt die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis bestehen — und genau diese Unsicherheit treibt derzeit eher den Dollar als sicheren Hafen an. Am Montag kostete die Feinunze Gold noch 4.033 Dollar, rund 12 Dollar weniger als am Freitag.

Die Marktrichtung dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Am Dienstagnachmittag stehen um 16.00 Uhr die offenen Stellen in den USA an, am Mittwoch folgt der ADP-Arbeitsmarktbericht, den Schlusspunkt setzt am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Fallen die Daten robust aus, dürften sich die Zinserhöhungswetten weiter verfestigen — und Gold bliebe vorerst im Zangengriff zwischen geopolitischer Nachfrage und einem gestärkten Dollar.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold