Gold: Fed stimmt 9 zu 3

Trotz restriktiver Fed-Signale hält sich Gold dank Dollar-Schwäche und geopolitischer Spannungen. Historische Gegenstimmen im Offenmarktausschuss prägen die Lage.

Die Kernpunkte:
  • Historische Fed-Gegenstimmen bei Zinsentscheid
  • Dollar-Schwäche stützt Goldpreis
  • Nahost-Konflikt erhöht Nachfrage nach Gold
  • Erster Monatsgewinn seit fünf Monaten

Drei Notenbank-Präsidenten stimmen gegen ihren eigenen Chef. So etwas gab es zuletzt 2016. Diese seltene Konstellation bei der US-Notenbank sorgt gerade dafür, dass Gold trotz restriktiver Zinssignale Unterstützung findet.

Der Goldpreis notiert am Freitag bei 4.098,60 Dollar je Feinunze. Am Vortag war das Edelmetall noch bei 4.162,80 Dollar aus dem Handel gegangen. Der aktuelle Rückgang von 1,54 Prozent ändert wenig am größeren Bild: Auf Monatssicht steht Gold weiterhin leicht im Plus.

Fed hält Kurs, aber mit historischer Gegenwehr

Die Federal Reserve beließ ihren Leitzins am Mittwoch zum fünften Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Entscheidung fiel mit 9 zu 3 Stimmen. Drei regionale Fed-Präsidenten votierten gegen Kevin Warsh und forderten eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt.

Beth Hammack aus Cleveland, Neel Kashkari aus Minneapolis und Lorie Logan aus Dallas stellten sich damit offen gegen den Vorsitzenden. So viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016. Der Markt reagierte gespalten: Gold stieg im asiatischen Handel kurzzeitig auf über 4.100 Dollar, verlor das Momentum aber schnell wieder, weil die drei Gegenstimmen eine falkenhafte Tendenz im Offenmarktausschuss signalisierten.

Am Donnerstag zeigte sich diese Nervosität deutlich. Gold fiel unter 4.050 Dollar je Unze, nachdem Händler den geldpolitischen Ausblick neu bewerteten. Die Märkte preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im September ein.

Schwacher Dollar dreht das Bild

Am Freitag hat sich die Lage wieder zugunsten des Edelmetalls gedreht. Der US-Dollar gab deutlich nach, nachdem Japan erneut am Devisenmarkt interveniert haben soll, um den Yen zu stärken. Diese Dollar-Schwäche wirkt der gestiegenen Zinserhöhungswahrscheinlichkeit entgegen und stützt den Goldpreis trotz der restriktiveren Fed-Tonlage.

Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das erklärt, warum das Edelmetall trotz falkenhafter Fed-Signale nicht stärker unter Druck gerät.

Nahost-Konflikt als zusätzlicher Preistreiber

Neben der Geldpolitik sorgt die Lage im Nahen Osten für zusätzliche Unsicherheit. Das US-Militär startete frische Angriffe auf iranische Ziele, als Vergeltung für Attacken Teherans auf US-Vermögenswerte in der Region. Das senkt die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen diplomatischen Einigung.

Geopolitische Risiken dieser Art treiben traditionell die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen an. Der Inflationsdruck aus den erneuten Feindseligkeiten liefert dem Edelmetall zusätzliche Unterstützung.

Erster Monatsgewinn seit fünf Monaten

Trotz der Rücksetzer nach der Fed-Sitzung steuert Gold auf eine positive Monatsbilanz zu. Ein Anstieg von mehr als 2 Prozent würde den ersten Monatsgewinn seit fünf Monaten markieren. Zum Vergleich: Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 Dollar aus dem Januar bleibt der Goldpreis noch gut 27 Prozent entfernt.

Die Kombination aus einer historisch tiefen Spaltung im Offenmarktausschuss, einem schwächeren Dollar und der eskalierenden Lage im Nahen Osten hält Gold in einem volatilen, aber unterstützten Umfeld. Wie sich die drei Gegenstimmen der Fed-Präsidenten auf die Zinsentscheidung im September auswirken, dürfte die nächste wichtige Weichenstellung für den Goldpreis sein.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold