Gold: Fed-Termin voraus?
Inflationsbedingte Zinssorgen drückten Gold unter die Schwelle, während Zentralbankkäufe einen Nachfragegegenpol bilden.

- Spotpreis schloss bei 3.997,48 US-Dollar
- Fed-Sitzung für 27. bis 28. Oktober angesetzt
- Goldman Sachs schätzte Augustkäufe auf 79 Tonnen
- World Gold Council meldete 39 Tonnen Nettozukäufe
Für Gold rückt nach dem gestrigen Rückfall unter die Marke von 4.000 US-Dollar der nächste Zinsentscheid in den Mittelpunkt. Die Federal Reserve hat ihre Sitzung für den 27.–28. Oktober angesetzt. Entscheidend für die kurzfristige Einordnung ist der Zusammenhang zwischen Inflationssorgen und Zinserwartungen: Laut Reuters belastete die Aussicht auf länger hohe US-Zinsen den Goldmarkt.
Damit steht vor dem geldpolitischen Termin nicht allein die jüngste Preisschwäche zur Debatte. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, ob der Inflationsdruck die Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik weiter prägt. Eine Entscheidung der Notenbank steht noch aus.
Inflationssorgen bestimmen die Ausgangslage
Reuters berichtete gestern, dass Gold erstmals seit Mitte Juli unter die runde Preismarke gefallen sei. Als Belastung nannte die Nachrichtenagentur steigende Ölpreise und die damit verbundenen Sorgen über die Inflation. Diese verstärkten wiederum die Erwartungen länger hoher US-Zinsen.
Am Ende des gestrigen Handels stand der Spotpreis bei 3.997,48 USD je Feinunze. Damit blieb Gold auch zum Tagesschluss unter der zuvor unterschrittenen Schwelle. Der Rückfall war also nicht auf eine vorübergehende Bewegung im laufenden Handel begrenzt.
Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen Erwartung und Beschluss wesentlich. Der jüngste Druck auf Gold spiegelt laut Reuters veränderte Zinserwartungen wider. Er nimmt den anstehenden Beschluss der Federal Reserve nicht vorweg. Der Termin bildet deshalb den nächsten konkreten Bezugspunkt für die geldpolitische Einordnung des Goldmarkts.
Zentralbanknachfrage liefert ein anderes Signal
Auf der Nachfrageseite stehen den Zinssorgen weiterhin Goldkäufe der Zentralbanken gegenüber. Goldman Sachs schätzte am Dienstag, dass die Notenbanken im August 79 Tonnen erwarben. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der Bank, nicht um eine offiziell gemeldete Kaufmenge des World Gold Council.
Der Unterschied ist für die Bewertung der Nachfrage wichtig. Eine Schätzung und die erfassten Meldungen beschreiben nicht dieselbe Datengrundlage und dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Der World Gold Council meldete am 6. Oktober für August 2026 Nettozukäufe von 39 Tonnen. Für Januar bis August bezifferte er die Käufe auf insgesamt 170 Tonnen.
Die Nachfrage liefert damit einen Gegenpol zum geldpolitischen Belastungsfaktor. Für eine kurzfristige Entwarnung reicht sie jedoch nicht: Trotz der gemeldeten Käufe stand Gold gestern unter dem Druck der Inflations- und Zinserwartungen. Deren weitere Einordnung führt unmittelbar zum bevorstehenden Fed-Termin.
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