Gold: Fed-Zinserwartung für September halbiert

Schwache US-Konjunkturdaten senken die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung und treiben den Goldpreis auf 4.475 Dollar. Notenbankkäufe stützen zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Gold schließt bei 4.475 Dollar
  • Fed-Zinserhöhung wird unwahrscheinlicher
  • China kauft weiterhin Goldreserven
  • FOMC-Protokolle und Warsh-Rede im Fokus

Der Goldpreis schiebt sich weiter nach oben. Am Montag schloss die Feinunze bei 4.475,80 Dollar, ein Plus von 1,0 Prozent. Auslöser sind schwache US-Konjunkturdaten, die eine straffere Fed-Politik unwahrscheinlicher machen.

Damit setzt sich ein Trend fort, der die Märkte seit Tagen beschäftigt. Bereits in den Tagen zuvor hatte Gold zugelegt.

Fed-Zinserwartungen sinken weiter

Die jüngsten US-Daten waren eindeutig: Die Inflation bleibt zahm. Parallel dazu schwächeln Konsumklima und Einzelhandelsumsätze deutlich.

Der Markt preist nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Vor Veröffentlichung der Daten lag dieser Wert noch bei knapp 50 Prozent.

Im Fokus steht jetzt ein Termin: die Sitzungsprotokolle des FOMC und die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium. Von dort erwarten Investoren neue Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Notenbank.

Nahost-Spannungen, ruhiger Ölmarkt

Parallel zur Zinsdebatte bleibt die geopolitische Lage angespannt. Israel griff am Wochenende erneut Ziele im Libanon an. US-Präsident Donald Trump bereitet zudem neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran vor, um Teheran zum Einlenken zu zwingen.

Der Ölmarkt reagiert darauf bislang kaum. Produzenten aus dem Nahen Osten schleusen weiterhin Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus. Das hält die Ölpreise stabil und dämpft Sorgen vor neuem Inflationsdruck.

Diese Mischung aus politischer Unsicherheit und gedämpftem Preisdruck hält Gold vorerst in einer engen Handelsspanne.

Notenbanken bleiben verlässliche Käufer

Neben den kurzfristigen Impulsen stützt die strukturelle Nachfrage den Goldpreis. China stockte seine Reserven im Juli um rund 20 Tonnen auf. Es ist bereits der 21. Monat in Folge mit Zukäufen.

Die chinesische Notenbank verfolgt damit ihre langfristige Diversifizierungsstrategie weiter und zählt zu den wichtigsten institutionellen Käufern am Goldmarkt. Diese Käufe wirken dem Verkaufsdruck privater Anleger entgegen. Sie stabilisieren den Preis auch in schwächeren Marktphasen.

Einordnung

Trotz der jüngsten Erholung bleibt Gold rund 20 Prozent unter seinem Rekordhoch von 5.586,20 Dollar aus dem Januar entfernt. Der RSI von 66,2 signalisiert Stärke, aber noch keine Überhitzung.

Die Rede von Fed-Chef Warsh in Jackson Hole dürfte in den kommenden Tagen die Richtung vorgeben. Bis dahin bleiben sinkende Zinserwartungen, geopolitische Risiken und anhaltende Notenbankkäufe die drei Kräfte, die den Goldpreis tragen.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold