Gold: Frieden oder Krieg treibt die Kurse

Geopolitische Unsicherheiten und Zinserwartungen der US-Notenbank treiben den Goldpreis in eine volatile Seitwärtsbewegung.

Die Kernpunkte:
  • Hoffnung auf Frieden treibt Gold kurzzeitig
  • Neue US-Militärschläge belasten den Kurs
  • Fed-Zinserhöhungswetten dämpfen Aufwärtspotenzial
  • Technische Unterstützung bei 4.380 Dollar

Der Goldmarkt steckt dieser Tage in einem Tauziehen zwischen Hoffnung und Ernüchterung. Kaum steigen die Erwartungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran, folgen neue Meldungen, die diese Hoffnungen wieder dämpfen.

US-Iran-Konflikt als Haupttreiber

Zum Wochenstart hatte Gold noch Auftrieb: Berichte über mögliche Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran ließen den Ölpreis fallen und den Dollar schwächeln — beides typischerweise gute Voraussetzungen für den Goldpreis. Die Feinunze kletterte daraufhin um rund 1,4 Prozent auf über 4.570 Dollar.

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Der Optimismus hielt nicht lange. Neue US-Militärschläge gegen iranische Raketenstützpunkte und Minenleger im Süden des Landes veränderten die Lage über Nacht. Der Dollar stabilisierte sich wieder, Öl prallte nach oben — und Gold geriet unter Druck. Am Dienstag verlor der Spotpreis rund 0,8 Prozent auf etwa 4.535 Dollar je Unze.

Edelmetalle insgesamt zeigten sich schwach: Silber verlor mehr als zwei Prozent, Platin gab knapp 0,6 Prozent nach.

Fed-Wetten belasten zusätzlich

Neben dem geopolitischen Hin und Her lastet ein zweiter Faktor auf Gold: wachsende Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank. Ein höherer Leitzins stärkt den Dollar und macht zinsloses Gold im Vergleich weniger attraktiv. Solange diese Erwartungen im Markt verankert bleiben, dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzt sein.

Technisch hält sich Gold noch über dem 200-Tage-Durchschnitt nahe 4.380 Dollar — ein Niveau, das vorerst als Boden fungiert. Ob der Kurs diese Zone testen wird, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage rund um den Iran-Konflikt in den nächsten Tagen entwickelt. Konkrete Signale könnte der am Donnerstag erwartete US-Inflationsindikator PCE liefern — ein überraschend hoher Wert würde Fed-Zinserhöhungserwartungen weiter anheizen und Gold erneut unter Verkaufsdruck setzen.

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