Gold: GLD verliert 13 Tonnen
Trotz Zinserhöhungen und fallender Kurse verzeichnen Gold-ETFs wieder Zuflüsse. Analysten bleiben gespalten über die weitere Entwicklung.

- Gold-ETFs verzeichnen neue Kapitalzuflüsse
- Goldpreis fällt 27 Prozent unter Rekordhoch
- Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
- Analysten uneins über Goldpreis-Prognosen
Der Goldpreis steht unter enormem Druck. Hohe Zinsen und eine hartnäckige Inflation belasten das Edelmetall schwer. Dennoch melden die größten Gold-ETFs der Welt plötzlich wieder Kapitalzuflüsse. Das Timing überrascht.
Kapital fließt zurück
Wochenlang zogen Anleger massiv Geld ab. Der SPDR Gold Shares (GLD) verlor allein Mitte Juni über 13 Tonnen an physischen Beständen. Seit Jahresbeginn summierte sich der Netto-Abfluss auf 7,7 Milliarden US-Dollar.
Nun dreht die Stimmung offenbar. Die jüngste Korrektur lockt erste Käufer an. Am Freitag schloss Gold bei 4.103,70 US-Dollar und verbuchte ein Tagesplus von 1,54 Prozent. Auf Wochensicht bleibt jedoch ein Minus von 1,66 Prozent.
Damit notiert der Kurs rund 27 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,3. Das signalisiert eine fast überverkaufte Marktlage.
Die Fed bleibt hart
Das größte Hindernis für steigende Kurse bleibt die US-Notenbank. Die amerikanische Inflation beschleunigte sich im Mai auf 4,1 Prozent. Auch die Kernrate verfehlte mit 3,4 Prozent das Ziel deutlich.
Fed-Chef Kevin Warsh zeigt sich entschlossen. Er wies Forderungen von US-Präsident Trump nach raschen Zinssenkungen strikt zurück. Die Zentralbank will die Teuerungsrate zwingend auf zwei Prozent drücken.
Die Märkte preisen für dieses Jahr mittlerweile drei Zinserhöhungen ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt im September liegt bei 62 Prozent. Goldman Sachs erwartet sogar erst im Sommer 2027 eine erste Zinssenkung.
Analysten passen Ziele an
Diese Zinsaussichten zwingen Banken zur Korrektur. Goldman Sachs senkte das Kursziel für Ende 2026 von 5.400 auf 4.900 US-Dollar. Die Experten verweisen auf den anhaltenden Druck durch die restriktive Geldpolitik.
J.P. Morgan bleibt spürbar optimistischer. Die Analysten sehen den Preis bis Jahresende bei 6.000 US-Dollar. Für das kommende Jahr halten sie sogar 6.300 US-Dollar für möglich.
Geopolitik als Zünglein an der Waage
Neben der Zinspolitik dominiert die Geopolitik den Markt. US-Präsident Trump erzielte zuletzt eine Einigung mit dem Iran. Daraufhin fielen die Ölpreise deutlich. Bleibt die Straße von Hormus offen, könnte die Inflation bald ihren Höhepunkt erreichen.
Ein Ende der Spannungen würde den kurzfristigen Druck auf Gold erhöhen. Langfristig stützen jedoch andere Faktoren das Edelmetall. Der Kaufkraftverlust und die hohen US-Schulden treiben die Nachfrage nach sicheren Häfen weiter an. Hält die charttechnische Unterstützung bei 4.000 US-Dollar, dürfte sich die aktuelle Gegenbewegung verfestigen.
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