Gold: Goldman Sachs erwartet 50 Tonnen

Gold verliert leicht an Wert, während US-Zinssorgen die Nachfrage bremsen. Zentralbankkäufe und knappes Angebot stützen den Markt jedoch weiter.

Die Kernpunkte:
  • Feinunze sinkt auf 4.293,15 US-Dollar
  • US-Inflationsdaten verstärken Zinssorgen
  • Gold liegt binnen Jahresfrist 17 Prozent höher
  • Zentralbanken kaufen monatlich rund 50 Tonnen

Der Goldpreis tendiert am heutigen Dienstag schwächer. Anhaltende Erwartungen an einen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank Federal Reserve belasten das Edelmetall. Im Spotmarkt notiert die Feinunze bei 4.293,15 US-Dollar, was einem leichten Tagesverlust von 0,1 Prozent entspricht.

Die Aussicht auf ein anhaltend hohes Zinsniveau drückt auf die Stimmung der Marktteilnehmer, da festverzinsliche Anlagen gegenüber zinslosen Werten an Attraktivität gewinnen.

US-Geldpolitik dominiert das Geschehen

Auslöser der anhaltenden Zurückhaltung an den Rohstoffmärkten sind die jüngsten US-Inflationsdaten. Wie Reuters am vergangenen Donnerstag berichtete, verstärkten die Teuerungszahlen die Markterwartungen bezüglich einer strafferen Haltung der Federal Reserve. Die daraus resultierenden Renditeanstiege bei US-Staatsanleihen sowie Impulse beim US-Dollar dämpfen die Nachfrage nach Gold als Wertspeicher.

Zugleich zeigte sich in den vergangenen Handelstagen, wie sensibel die Notierungen auf die Währungsentwicklung reagieren. Medienberichten zufolge war der Spotpreis zum Ende der vergangenen Woche zeitweise um mehr als 1 Prozent gestiegen, als die Debatte über den Dollar und die Inflation neue Facetten annahm. Die anhaltende Unsicherheit über den geldpolitischen Pfad der US-Währungshüter sorgt somit für spürbare Kursschwankungen.

Strukturelle Faktoren stützen den Markt

Trotz der aktuellen Abgaben notiert Gold mit einem Zuwachs von 17 Prozent im Zwölfmonatsvergleich auf einem historisch soliden Niveau. Wesentliche Unterstützung erhält das Edelmetall aus dem institutionellen Sektor.

Goldman Sachs Research prognostizierte am 7. September für das laufende Jahr 2026 durchschnittliche Zukäufe der weltweiten Zentralbanken von rund 50 Tonnen Gold pro Monat. Diese Käufe bilden ein stabiles Fundament gegen stärkere Korrekturen.

Parallel dazu verweisen Medienberichte auf die Suche internationaler Akteure nach Alternativen zum US-Dollar sowie auf anhaltende Kapitalzuflüsse in den Sektor. Hinzu kommt die Situation auf der Angebotsseite: Die Fördermengen der Minen lassen sich kurzfristig kaum steigern und wachsen nur langsam an. Das begrenzte Neuangebot trifft somit auf eine robuste Grundnachfrage, was den Zinsdruck von den US-Märkten derzeit abfedert.

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