Gold: Goldman Sachs senkt Ziel um 500 Dollar

Steigende Zinserwartungen und nachlassende geopolitische Spannungen lassen den Goldpreis auf Monatssicht um acht Prozent fallen.

Die Kernpunkte:
  • Gold fällt auf 4.155 Dollar
  • Fed signalisiert Zinserhöhungen
  • Goldman senkt Jahresziel um 500 Dollar
  • Krisenprämie schmilzt durch Iran-Deal

Steigende Zinsen und sinkende geopolitische Risiken sind Gift für den Goldpreis. Genau dieses Szenario entfaltet sich aktuell an den Märkten. Eine radikale Kehrtwende der US-Notenbank trifft auf plötzliche Entspannung im Nahen Osten. Die Folge: Investoren werfen das Edelmetall aus ihren Portfolios.

Der Preis für eine Feinunze fällt am Dienstag auf 4.155,40 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 1,29 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus damit auf gut acht Prozent.

Zinswende statt Zinssenkung

Auslöser des Preisverfalls ist eine drastische Anpassung der Zinserwartungen. Die Bank of America rechnet nun mit drei Zinserhöhungen der Federal Reserve. Diese sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Der Leitzins würde damit auf bis zu 4,50 Prozent steigen.

Auch die US-Notenbank selbst schlägt neue Töne an. Der aktuelle Dot Plot signalisiert nun eine Leitzinserhöhung bis zum Jahresende. Zinssenkungen erwarten die Währungshüter frühestens ab 2027.

Grund dafür ist die hartnäckige Teuerung. Die Fed hob ihre Prognose für die PCE-Inflation kräftig auf 3,6 Prozent an.

Goldman Sachs zieht Konsequenzen

Große Investmentbanken reagieren bereits auf das veränderte Umfeld. Goldman Sachs kappt sein Jahresziel für Gold um 500 Dollar. Die Analysten sehen den fairen Wert nun bei 4.900 US-Dollar je Unze.

Die Experten verschieben ihre Erwartung für erste US-Zinssenkungen auf Mitte des nächsten Jahres. Sollte die Fed die Zinsen 2026 tatsächlich weiter anheben, droht weiteres Ungemach. In diesem Szenario sieht Goldman den Goldpreis bis Dezember auf 4.400 Dollar fallen.

Krisenprämie schmilzt ab

Parallel zur Zinsdebatte verliert Gold seine Funktion als sicherer Hafen. Washington erteilte dem Iran eine Lizenz zum Ölverkauf auf internationalen Märkten. Diese gilt für 60 Tage.

Das beflügelt die Hoffnung auf ein größeres globales Angebot. Im gleichen Schritt nimmt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder zu. Produzenten wie Kuwait nutzen alternative Exportwege. Eine diplomatische Lösung entzieht dem Edelmetall damit rasch seine Risikoprämie.

Technisch ist das Edelmetall angeschlagen. Der Relative-Stärke-Index liegt bei knapp 36 und deutet auf einen überverkauften Markt hin. Parallel dazu notiert der Kurs deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.527 US-Dollar.

Am 25. Juni folgt der nächste entscheidende Impuls. Dann veröffentlicht die US-Regierung den neuen PCE-Inflationsbericht. Fällt der Preisdruck höher aus als erwartet, dürften die Zinssorgen den Goldkurs weiter belasten.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 24. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold