Gold: Goldman Sachs sieht 4.900 Dollar
Goldman Sachs hält an optimistischem Kursziel fest, während JPMorgan und Bank of America vor fallenden Notierungen warnen.

- Gold verliert sechs Prozent in 30 Tagen
- Goldman Sachs sieht Gold bei 4.900 Dollar
- JPMorgan senkt Prognose auf 4.500 Dollar
- Fed-Zinsentscheidung am 29. Juli entscheidend
Gold notiert bei 4.021,30 Dollar je Feinunze. Das Edelmetall hat in den vergangenen 30 Tagen fast sechs Prozent verloren. Während Goldman Sachs weiter ein Kursziel von 4.900 Dollar ausgibt, warnen JPMorgan und Bank of America vor weiteren Rückgängen.
Goldman Sachs bleibt bei ambitioniertem Kursziel
Goldman Sachs bekräftigte am 17. Juli sein optimistisches Kursziel für Gold. Die Bank verweist auf die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken als Stabilisierungsfaktor.
Für 2026 rechnet Goldman mit durchschnittlich 50 Tonnen Käufen pro Monat. Für 2027 erwartet die Bank noch 40 Tonnen monatlich, getrieben vor allem von China.
Kurzfristig sieht Goldman Gegenwind. Der Markt preist mögliche Fed-Zinserhöhungen ein. Das senkt vorübergehend die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen geldpolitische Risiken.
Goldman erwartet, dass dieser Effekt bald nachlässt. Die eigenen Ökonomen rechnen für dieses Jahr mit keiner Zinserhöhung.
Mittelfristig sieht die Bank die Chancen eher nach oben gerichtet. Gold macht in privaten Portfolios noch immer nur einen kleinen Anteil aus. Geopolitische Spannungen könnten die Diversifizierung über Zentralbanken hinaus auf private Anleger ausweiten.
Als Anker für ihr Kursziel von 4.900 Dollar zum Jahresende nennt Goldman die Diversifizierung der Notenbanken aus Schwellenländern. Auslöser war das Einfrieren russischer Reserven im Jahr 2022.
JPMorgan und Bank of America sehen es skeptischer
Nicht alle Banken teilen den Optimismus von Goldman Sachs. JPMorgan senkte sein Kursziel für das vierte Quartal 2026 Anfang des Monats um rund ein Viertel auf 4.500 Dollar.
Bank of America warnte zuletzt vor weiteren Rückgängen. Die Bank verweist auf Kursmuster aus den Hochphasen von 1980 und 2011.
Die Zentralbanken-These von Goldman ist damit nur eine von mehreren Einschätzungen im aktuellen Bankenvergleich.
Fed-Entscheidung als nächster Wendepunkt
Die Marktteilnehmer blicken nun auf die US-Geldpolitik. Die nächste Fed-Zinsentscheidung ist für den 29. Juli angesetzt.
Von ihr hängt ab, ob der von Goldman erwartete kurzfristige Gegenwind für Gold tatsächlich ausbleibt.
Strukturelle Nachfrage bleibt Kernthema
Die Debatte um die Zentralbanknachfrage ist nicht neu. Aktuelle Umfragen des World Gold Council stützen aber die These einer strukturellen Käuferbasis.
95 Prozent der befragten Notenbanker erwarten, dass die globalen Goldreserven der Zentralbanken 2026 steigen. Rund die Hälfte rechnet zudem mit einem Anstieg der eigenen Reserven. Keine der befragten Zentralbanken erwartet einen Rückgang.
Kurzfristig bleibt der Markt aber von klassischen Makrofaktoren getrieben. Höhere US-Realrenditen und ein fester Dollar erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall. Geopolitische Unsicherheit sorgt weiterhin für Absicherungsnachfrage.
Die Fed-Sitzung am 29. Juli dürfte zeigen, welche Einschätzung sich durchsetzt. Bleibt eine Zinserhöhung aus, dürfte das Goldmans These stützen. Kommt es dennoch zur Straffung, bekommen JPMorgan und Bank of America recht.
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