Gold: Größter Wochenverlust seit 1983
Der Goldpreis erleidet den stärksten wöchentlichen Rückgang seit 1983. Paradoxerweise treibt ein Energieschock die Zinsen hoch und macht das zinslose Edelmetall unattraktiv.

- Historischer Wochenverlust von über 10 Prozent
- Energieschock und steigende Zinsen belasten Gold
- Technische Unterstützung bei 4.200 Dollar im Fokus
- Großbanken halten an hohen Jahreszielen fest
Der Goldpreis hat in dieser Woche einen historischen Einbruch erlitten. Mit einem Minus von über 10 % verzeichnete das Edelmetall den größten Wochenverlust seit 1983 — und das ausgerechnet in einer Phase, in der ein eskalierender Nahost-Konflikt eigentlich für Zuflucht in sichere Häfen sorgen sollte.
Das Paradox hinter dem Absturz
Normalerweise treibt geopolitische Unsicherheit den Goldpreis nach oben. Diesmal läuft die Logik umgekehrt. Die anhaltenden US-israelischen Angriffe auf den Iran haben die Straße von Hormus destabilisiert und die Ölpreise seit Kriegsbeginn um mehr als 40 % in die Höhe getrieben — Brent Crude auf über 108 Dollar je Barrel. Der Energieschock befeuert die Inflation und zwingt die Fed zur Zurückhaltung.
Genau das ist das Problem für Gold. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab; seine Attraktivität hängt an fallenden Realzinsen und einem schwachen Dollar. Beides dreht sich gerade in die falsche Richtung. Der Februar-PPI lag mit +0,7 % weit über den Erwartungen, der 10-jährige Treasury-Yield sprang auf 4,2 %, der Dollar-Index kletterte in Richtung 99,9. Die Fed reduzierte ihre Zinssenkungsprognosen für 2026 von zwei auf eine — und der Fed-Funds-Futures-Markt preist laut CME FedWatch inzwischen gar keine Senkung mehr ein.
Technisches Bild nach dem Einbruch
Gold startete die Woche noch bei rund 5.024 Dollar je Unze. Am Mittwoch brach der Kurs unter den 50-Tage-Gleitenden Durchschnitt bei 4.960 Dollar ein, am Donnerstag fiel er bis auf 4.700 Dollar — den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zum Wochenende notiert der Spotpreis bei rund 4.490 bis 4.502 Dollar.
Verstärkt wurde der Rückgang durch kaskadenartige Liquidierungen im gehebelten Futures-Markt sowie Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally von 23 % zwischen dem Februartief und dem Märzhoch.
Der entscheidende technische Referenzpunkt liegt nun beim 200-Tage-EMA bei rund 4.200 Dollar — eine Marke, unter der Gold seit Ende 2023 nicht mehr gehandelt hat. Für den Handelsbeginn am Montag gelten 4.576 Dollar als erste Unterstützung, 4.881 Dollar als nächster Widerstand.
Strukturelle Bullen halten Kurs
Trotz des Einbruchs haben weder J.P. Morgan noch die Deutsche Bank ihre Jahresziele für 2026 angepasst. J.P. Morgan hält an 6.300 Dollar je Unze fest, die Deutsche Bank bei 6.000 Dollar. Beide Institute werten die aktuelle Korrektur als taktisches Ereignis innerhalb eines intakten strukturellen Aufwärtstrends.
In der kommenden Woche dürften die US-PMI-Daten für März — sowohl für den verarbeitenden Sektor als auch für Dienstleistungen — erste Hinweise liefern, ob der Inflationsdruck nachlässt oder weiter anhält. Davon hängt ab, ob sich Gold im 4.400er-Bereich stabilisieren oder der 200-Tage-Linie weiter annähern wird.
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