Gold: Hält Indiens Schmucknachfrage dagegen?

CFTC-Daten zeigen sinkende Netto-Kaufpositionen, während indische Schmuckkäufe und Chinas Zentralbanknachfrage Unterstützung bieten.

Die Kernpunkte:
  • Netto-Long-Positionen um 8.014 gesunken
  • Managed Money ebenfalls vorsichtiger positioniert
  • Indische Schmucknachfrage saisonal belebt
  • Chinas Zentralbank kaufte 23 Tonnen

Große Spekulanten haben ihre Netto-Kaufpositionen bei Gold-Futures zurückgefahren. Das zeigt der am Freitag veröffentlichte Bericht der US-Terminmarktaufsicht CFTC mit Stichtag Dienstag. Damit liefert die Positionierung einen weiteren Hinweis auf die Zurückhaltung gegenüber Gold. Gleichzeitig kamen aus Asien Signale für eine festere physische Nachfrage – ein Gegengewicht, das den jüngsten Preisrückgang bislang nicht aufhalten konnte.

Weniger Netto-Kaufpositionen am Terminmarkt

Die großen Spekulanten hielten laut CFTC noch 199.865 Netto-Long-Kontrakte. Das waren 8.014 weniger als in der Vorwoche. Diese Positionen bilden den Überhang der auf steigende Preise ausgerichteten Engagements gegenüber den Verkaufspositionen ab.

Der Rückgang zeigt somit eine vorsichtigere Positionierung, aber keine mehrheitliche Wette auf fallende Goldpreise. Der Saldo blieb positiv. Aus den Nettozahlen allein lässt sich zudem nicht ablesen, welchen Anteil geschlossene Kaufpositionen oder zusätzliche Verkaufspositionen an der Veränderung hatten.

Auch die gesondert ausgewiesene Anlegergruppe „Managed Money“ verringerte ihren Kaufüberhang. Sie war mit 104.206 Kontrakten netto auf steigende Preise ausgerichtet. Gegenüber der Vorwoche sank dieser Wert um 2.883 Kontrakte.

Die beiden Angaben beschreiben unterschiedliche Anlegerkategorien. Sie zeigen dieselbe Richtung der Veränderung, dürfen aber nicht als voneinander unabhängige Abflüsse zusammengerechnet werden.

Energiepreise überlagern die Schutzfunktion

Reuters führte den Verkaufsdruck am Freitag auf steigende Energiepreise und wachsende Inflationssorgen zurück. Die Aussicht auf länger hohe US-Zinsen belastete Gold. Nach Einschätzung von ING profitierte das Edelmetall dabei selbst von fallenden US-Anleiherenditen und der Flucht aus Aktien nicht.

Der Schlusskurs vom Freitag von 3.997,48 USD je Feinunze unterstreicht, dass die Inflationssorgen zuletzt stärker wogen als die Suche nach Schutz vor Aktienmarktrisiken. Die verringerte spekulative Kaufpositionierung passt zu diesem Marktbild, beweist für sich genommen aber keine Ursache des Preisrückgangs.

Als nächste Prüfsteine stehen die Fed-Sitzung am 27.–28. Oktober und die Veröffentlichung des US-PCE-Preisindex am 29. Oktober an. Entscheidend wird sein, ob die geldpolitischen Signale und Inflationsdaten den Druck auf Gold verstärken oder abschwächen.

Physische Nachfrage bietet ein Gegengewicht

Auf der Nachfrageseite ist das Bild weniger einseitig. Der World Gold Council berichtete am Dienstag von einer saisonalen Belebung der indischen Schmucknachfrage im Oktober. Reuters hatte am 18. Oktober erstmals seit mehr als drei Monaten wieder einen Preisaufschlag indischer Händler gemeldet.

Auch offizielle Käufe stützten die Nachfrage: Nach Angaben des World Gold Council vom 15. Oktober kaufte Chinas Zentralbank im September 23 Tonnen Gold. Das war der größte monatliche Zukauf seit Oktober 2023. Gleichzeitig belastete die schwache Schmucknachfrage den chinesischen Markt.

Für Anleger bleibt damit die Trennung zwischen physischer Nachfrage und Terminmarktpositionierung wichtig. Saisonale Käufe und Zentralbanknachfrage bilden ein Gegengewicht. Der jüngste CFTC-Bericht zeigt jedoch, dass spekulative Anleger ihr Engagement auf steigende Preise zunächst reduziert haben.

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