Gold: HSBC senkt 2026-Prognose auf 4.560 Dollar

Goldpreis verharrt unter Zwischenhochs, während US-Inflationsdaten und Warsh-Anhörung die Fed-Politik beeinflussen könnten.

Die Kernpunkte:
  • US-Inflationsdaten als Kurstreiber
  • Warsh-Anhörung signalisiert Zinspolitik
  • HSBC senkt Goldpreis-Prognosen
  • Zentralbanken stützen den Markt

Gold steuert auf eine richtungsweisende Woche zu. US-Inflationsdaten und die erste Kongress-Anhörung des künftigen Fed-Chefs Kevin Warsh dürften die kurzfristige Richtung vorgeben. Bislang bewegt sich der Preis in einer engen Spanne.

Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.127,60 US-Dollar, ein Minus von 0,12 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,43 Prozent zu Buche.

Der Preis bewegt sich damit weiterhin knapp unterhalb der jüngsten Zwischenhochs.

Auf Monatssicht liegt Gold dagegen 0,81 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn bleibt trotzdem ein Minus von 4,93 Prozent stehen.

Der RSI notiert bei 44 Punkten. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 27,01 Prozent und deutet auf anhaltend starke Kursschwankungen hin.

Zum Allzeithoch vom Januar bei 5.626,80 US-Dollar fehlen inzwischen 26,64 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief beträgt der Puffer nur noch 5,80 Prozent.

US-Inflationsdaten und Warsh-Anhörung im Fokus

Am Dienstag, dem 14. Juli, veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise für Juni. Vor allem die Kernrate dürfte die Marktreaktion bestimmen. Einen Tag später folgen die Erzeugerpreise für denselben Monat.

Fallen die Daten stärker aus als erwartet, drohen Turbulenzen am Goldmarkt. Schwächere Werte könnten dem Edelmetall dagegen Auftrieb geben.

Am 14. Juli tritt zudem der designierte Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress auf. Seine Aussagen könnten wichtige Hinweise zur künftigen Zinspolitik liefern.

Die Märkte preisen mittlerweile eine Zinserhöhung im September mit 63 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 54 Prozent.

Steigt diese Wahrscheinlichkeit weiter, wird Gold als zinsloses Investment tendenziell unattraktiver. Ein starker US-Dollar verschärft diesen Effekt zusätzlich.

Nahost-Konflikt zeigt kaum Wirkung

Die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus hält an. Normalerweise treibt eine solche Eskalation die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen an. Diesmal blieb die Reaktion verhalten.

Anleger richten den Blick stärker auf Zinserwartungen und den Dollarkurs als auf die geopolitische Lage. Steigende Ölpreise infolge der Spannungen schüren zudem Inflationsängste. Das nährt die Erwartung einer restriktiveren Fed-Politik. Und das belastet Gold zusätzlich.

HSBC senkt Prognosen, Zentralbanken kaufen weiter

Die Bank HSBC hat ihre Goldpreis-Prognosen nach unten korrigiert. Für 2026 rechnet das Institut nun mit 4.560 US-Dollar je Unze, zuvor waren es 4.864 US-Dollar.

Auch der Ausblick für das Folgejahr fällt vorsichtiger aus.

Die Schätzung für 2027 sinkt von 5.000 auf 4.925 US-Dollar je Unze. Die Korrektur unterstreicht die aktuell verhaltene Stimmung unter Analysten.

Charttechnisch befindet sich Gold seit dem Allzeithoch im Januar in einer Korrekturphase. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.365,48 US-Dollar, 5,45 Prozent über dem aktuellen Kurs. Auch der 100-Tage-Schnitt bei 4.599,34 US-Dollar notiert deutlich höher.

Der 200-Tage-Durchschnitt liegt sogar 9,07 Prozent über dem aktuellen Niveau, bei 4.539,11 US-Dollar.

Auf kürzeren Zeitebenen zeigt sich ein enges Bild. Unterstützung findet der Preis bei 4.102 US-Dollar und 4.073,7 US-Dollar.

Widerstände liegen bei 4.129,8 US-Dollar und 4.180,1 US-Dollar.

Trotz der Korrektur bleiben Zentralbanken aktiv. Die People’s Bank of China zählt weiterhin zu den größten Käufern und stützt damit den Markt strukturell.

Die kommende Woche liefert mit den US-Verbraucherpreisen, den Erzeugerpreisen und der Warsh-Anhörung drei Termine, die die kurzfristige Richtung vorgeben. Hält Gold die Unterstützung bei 4.102 US-Dollar, bleibt die Korrektur moderat. Rutscht der Preis darunter, rückt die Marke von 4.073,7 US-Dollar in den Fokus.

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