Gold: Iran-Deal am 19. Juni unterzeichnet
Geopolitische Entspannung und straffere Geldpolitik setzen den Goldpreis unter Druck, während Notenbanken weiter kaufen.

- Waffenstillstand mit Iran angekündigt
- EZB erhöht Leitzinsen im Juni
- Goldpreis fällt auf 4.239 Dollar
- Chinas Zentralbank kauft weiter Gold
Ein US-iranischer Waffenstillstand, steigende Leitzinsen und ein Goldkurs, der bereits rund 25 Prozent unter seinem Januarhoch notiert — das Edelmetall steht gerade unter Druck von mehreren Seiten gleichzeitig.
Donald Trump hat ein Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran angekündigt. Die Straße von Hormus soll wieder für den Schiffsverkehr öffnen. Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi bestätigte die Einigung. Die offizielle Unterzeichnung ist für Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz geplant.
Geopolitische Entspannung entzieht Gold seinen Inflationstreiber
Der Deal hat unmittelbare Folgen für die Energiemärkte. Brent-Rohöl fiel am Montag um mehr als vier Prozent. Das ist relevant für Gold, weil ein 23,5-prozentiger Energiepreisanstieg infolge des Iran-Konflikts die US-Inflation im Mai auf 4,2 Prozent getrieben hatte — den höchsten Stand seit April 2023.
Sinkende Energiepreise entlasten die Inflationserwartungen. Für Gold bedeutet das: Ein zentrales Argument für höhere Preise verliert an Kraft.
Gold schloss zuletzt bei 4.239,70 Dollar je Unze. Das entspricht einem Minus von rund sieben Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Der RSI liegt bei 36,1 — technisch nahe überverkauftem Terrain.
EZB erhöht Zinsen, Fed bleibt vorerst abwartend
Parallel zur geopolitischen Entspannung erhöht die EZB den Druck. Am 11. Juni hob sie erstmals seit September 2023 die Zinsen an. Der Einlagensatz stieg auf 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,40 Prozent. Begründung: Die Eurozone-Inflation lag im Mai bei 3,20 Prozent — weit über der Zielmarke von 2,00 Prozent.
In den USA preisen die Märkte für die FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni eine Zinspause ein. Es ist das erste Treffen unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Laut CME FedWatch Tool sehen die Märkte aber eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Erhöhung bis Dezember. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Mai um 6,5 Prozent im Jahresvergleich — das hält den Druck aufrecht.
Chinas Zentralbank kauft, Großbanken bleiben bullisch
Inmitten des Gegenwinds kauft die People’s Bank of China weiter. Im Mai stockte sie ihre Goldreserven um rund 10 Tonnen auf — der 19. Monat in Folge. Die Gesamtreserven Chinas liegen nun bei 2.331,52 Tonnen. Eine Kaufserie dieser Länge signalisiert keine taktische Umschichtung, sondern eine strukturelle Neuausrichtung der Reservepolitik.
Die großen Investmentbanken halten an ihren Jahreszielen fest. Goldman Sachs strich zwar alle Zinssenkungserwartungen für 2026 aus seinem Basisszenario, ließ das Goldziel von 5.400 Dollar aber unangetastet. J.P. Morgan erwartet bis Jahresende sogar 6.000 Dollar je Unze. Beide Häuser behandeln den aktuellen Rücksetzer als Konsolidierung — nicht als Trendwende.
Ob diese These trägt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die Unterzeichnung des Iran-Deals am 19. Juni und die Fed-Entscheidung am 17. Juni liefern die ersten konkreten Datenpunkte.
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