Gold: Iran-Konflikt stützt 4.300-Dollar-Marke

Gold bleibt dank Iran-Konflikt und Zinssenkungserwartungen über 4.300 Dollar. Ölpreise steigen kräftig, US-Inflationsdaten könnten neue Impulse liefern.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis stabil über 4.300 Dollar
  • Iran-Krise treibt Ölpreise kräftig
  • Fed-Zinserhöhung im September unwahrscheinlicher
  • US-Inflationsdaten als nächster Preistreiber

Der Iran-Konflikt treibt die Ölpreise am heutigen Montag kräftig nach oben – und genau diese Gemengelage hält den Goldpreis stabil über der Marke von 4.300 Dollar, obwohl das Edelmetall nach seinem jüngsten Sieben-Wochen-Hoch etwas Boden abgibt.

Aktuell notiert Gold bei 4.389,70 Dollar je Feinunze, ein Minus von 0,27 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 4.401,40 Dollar. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 6,78 Prozent zu Buche – die geopolitische Risikoprämie bleibt der entscheidende Preistreiber.

Iran erhöht den Druck an der Straße von Hormus

Im Zentrum der Unsicherheit steht die schmalste Meerenge der Welt. Laut Handelsblatt plant Iran, Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben. Außenamtssprecher Ismail Baghai kündigte entsprechende Mechanismen in Abstimmung mit Oman an. Vor Kriegsausbruch liefen rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports durch die nur 39 Kilometer breite Passage.

Iran und Oman sollen laut Berichten kurz vor dem Abschluss eines Abkommens stehen – die Öffnung der Route knüpft Teheran jedoch an weitreichende Bedingungen wie die Aufhebung der Marineblockade, den Abzug amerikanischer Streitkräfte und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.

US-Präsident Trump äußerte sich gelassen zu den iranischen Forderungen: „Es ist wie eine Schachpartie.“ Die britische Meeresschutzbehörde UKMTO stuft die Bedrohungslage dennoch weiter als ernst ein, der Handel durch die Region stagniert.

Die Nervosität schlägt unmittelbar auf den Ölmarkt durch. Brent-Rohöl legte am Montag um mehr als drei Prozent auf 84,97 Dollar zu, WTI kletterte auf 78,79 Dollar. JPMorgan rechnet damit, dass jeder zusätzliche Monat der Störung den Brent-Preis um weitere 7 bis 8 Dollar pro Barrel nach oben treiben könnte.

Citi geht für das dritte Quartal von einem Preisniveau um 80 Dollar aus, erwartet für 2027 aber einen Rückgang auf rund 65 Dollar – ein Hinweis darauf, dass die Analysten die aktuelle Prämie als temporäres Krisenphänomen einordnen.

Zinsfantasie und Inflationsdaten als zweite Stützsäule

Neben der geopolitischen Komponente wirkt seit vergangenem Freitag auch die veränderte Zinserwartung nach. Der enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht für Juli hatte die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September auf unter 50 Prozent gedrückt, nachdem Marktteilnehmer zuvor noch von deutlich höheren Chancen ausgegangen waren.

Ein schwächerer Dollar und niedrigere Realzinserwartungen machen Gold als zinsloses Anlagegut tendenziell attraktiver – dieser Effekt stützt den Preis auch dann, wenn kurzfristig Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Höhenflug einsetzen.

Nun rückt ein weiterer Termin in den Fokus: Am Mittwoch stehen neue US-Inflationsdaten an. Sie dürften mitentscheiden, ob die Fed an ihrem vorsichtigeren Zinspfad festhält oder ob steigende Preise die Zentralbank doch zu einem strafferen Kurs zwingen.

Für den Goldpreis ist das die entscheidende Weichenstellung der Woche – eine überraschend hohe Teuerungsrate könnte die Zinssenkungsfantasie dämpfen und damit Gegenwind erzeugen, während schwache Daten die aktuelle Rally weiter befeuern würden.

Charttechnisch intakter Aufwärtstrend

Trotz der leichten Konsolidierung bleibt das technische Bild klar bullisch. Der Goldpreis notiert 5,23 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.171,48 Dollar und damit deutlich im Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. Zum 52-Wochen-Tief von 3.310,10 Dollar, das am 20. August vergangenen Jahres markiert wurde, beträgt der Abstand inzwischen 32,62 Prozent.

Der Weg zum 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar, aufgestellt Ende Januar, ist mit einem Abstand von 21,42 Prozent zwar noch weit – Goldman Sachs hatte zuletzt ein Kursziel von 4.900 Dollar bis Dezember ausgegeben und sieht damit noch erhebliches Potenzial für das Edelmetall, sollte sich die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und lockerer werdender Geldpolitik fortsetzen.

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