Gold: Iran-Sanktionen befeuern Fluchtbewegung

Neue US-Sanktionen gegen den Iran treiben Gold auf ein Mehrmonatshoch. Zinserhöhungssorgen und Dollar-Schwäche bremsen die Rally jedoch.

Die Kernpunkte:
  • Gold durchbricht 200-Tage-Linie
  • US-Sanktionen gegen Iran angekündigt
  • Zinserhöhungswetten belasten Goldpreis
  • Fed-Treffen und PCE-Daten im Fokus

Gold hat am Montag den 200-Tage-Durchschnitt durchbrochen und damit ein frisches Mehrmonatshoch erreicht. Der Preis kletterte bis auf 4.681 Dollar je Feinunze, bevor am Dienstag wieder Verkäufer auf den Plan traten. Auslöser der Rally: die Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen den Iran.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte im Rahmen der Operation „Economic Outcast“ an, Teheran vollständig von der Weltwirtschaft abschneiden zu wollen. Im Fokus stehen digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold sowie die Luftfahrt- und Schifffahrtsbranche des Landes.

Bessent stellte zudem eine „große Ankündigung“ zur Sanktionierung eines Finanzinstituts noch in dieser Woche in Aussicht. Konkrete Maßnahmen blieben zunächst offen, was die Nervosität an den Märkten zusätzlich befeuerte.

Zinssorgen bremsen die Rally

Am Dienstag drehte der Wind. Wachsende Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank stützten den Dollar als sicheren Hafen und nahmen dem Goldpreis etwas Schwung. Nach dem CME-FedWatch-Tool taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im September auf gut 42 Prozent — eine Größenordnung, die zeigt, wie gespalten der Markt derzeit ist.

Parallel dazu sorgt ein weiterer Faktor für Auftrieb: Berichten zufolge erwägt das US-Finanzministerium, fast eine Billion Dollar aus seinem General Account bei der Fed zu nutzen, um Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu finanzieren.

Das Konto verfügte laut Fed-Angaben zum 19. August über ein Volumen von 953,6 Milliarden Dollar. Die Aussicht auf eine solche Intervention nährt Zweifel an der Stabilität des Dollar und treibt Anleger zusätzlich in den Goldmarkt.

Blick auf Jackson Hole und PCE-Daten

Die kommenden Tage könnten weitere Impulse liefern. Am Mittwoch steht der Kern-PCE-Preisindex für Juli an, der wichtigste Inflationsmesser der Fed. Vom 27. bis 29. August tagen Notenbanker beim Jackson-Hole-Symposium in Wyoming, wo Fed-Chef Kevin Warsh am 28. August seine mit Spannung erwartete Grundsatzrede hält.

Im Hintergrund bleibt die Lage in der Straße von Hormus angespannt. Der Sekretär von Irans Oberstem Nationalen Sicherheitsrat drohte, im Falle einer wirtschaftlichen Blockade sämtliche Ölexporte aus dem Persischen Golf zu unterbinden. Diese Gemengelage aus geopolitischem Risiko und Zinsunsicherheit dürfte den Goldpreis in den kommenden Handelstagen weiter in Bewegung halten.

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