Gold: Iran-Stillstand trifft Zinsdruck

Geopolitische Spannungen treiben Inflationssorgen und Zinserwartungen, was den Goldpreis belastet. Der Dollar profitiert als sicherer Hafen.

Die Kernpunkte:
  • Gold fällt auf 4.463 Dollar
  • Zinserhöhungserwartungen belasten Edelmetall
  • Dollar profitiert als sicherer Hafen
  • Ölpreis steigt durch Angebotssorgen

Der Goldmarkt gerät zum Wochenstart unter Druck — und ausgerechnet die geopolitischen Risiken, die das Edelmetall normalerweise antreiben, laufen diesmal gegen es.

Auslöser ist eine erneute Eskalation im Nahen Osten. Irans Verhandlungsteam hat nach israelischen Angriffen auf den Libanon den Nachrichtenkanal zu den USA über Vermittler unterbrochen. Zeitgleich meldeten die USA Angriffe auf iranische Radar- und Drohnenstandorte, Teheran feuerte zurück, Kuwait fing eigenen Angaben zufolge Drohnen und Raketen ab. Von einem baldigen Durchbruch ist keine Rede mehr.

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Warum Gold diesmal nicht profitiert

Das Paradoxe: Je länger der Konflikt schwelt, desto stärker werden Inflationssorgen — und damit Zinserhöhungserwartungen. Marktteilnehmer rechnen laut CME FedWatch-Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, dass die US-Notenbank die Leitzinsen noch 2026 anhebt. Für ein unverzinsliches Asset wie Gold ist das Gift.

Hinzu kommt der US-Dollar. Der profitiert in diesem Umfeld als bevorzugter sicherer Hafen, was Gold für internationale Käufer verteuert und den Preis zusätzlich belastet.

Ölpreisanstieg verstärkt das Dilemma

Rohöl zieht wegen der Angebotssorgen rund um die Straße von Hormuz kräftig an — ein weiterer Inflationsimpuls, der die Fed-Erwartungen weiter in Richtung restriktiver Geldpolitik verschiebt. Die Sorge: Teheran droht damit, die Meerenge vollständig zu blockieren und auch den Bab el-Mandeb zwischen Rotem Meer und Golf von Aden zu aktivieren.

US-Präsident Trump prüft einem Bericht zufolge ein Grundsatzdokument, das eine Verlängerung des Waffenstillstands, die Wiederöffnung der Schifffahrtsrouten und einen Rahmen für Atomgespräche vorsehen soll. Irans Chefunterhändler bestand jedoch darauf, dass Teheran keinem Abkommen zustimme, das nicht seine Rechte sichere. Eine schnelle Einigung ist damit unwahrscheinlich.

Der Spotpreis für Gold fiel zeitweise auf rund 4.463 Dollar je Feinunze — ein Rückgang von knapp zwei Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Technisch haben sich die Momentum-Indikatoren eingetrübt, die Marke von 4.500 Dollar fungiert vorerst als Widerstand von oben. Solange Fed-Rhetorik und Iran-Pattsituation das Bild dominieren, dürfte der Gegenwind für das Edelmetall anhalten.

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