Gold: ISM-Preisindex bei 82,1 Punkten
Starke US-Wirtschaftsdaten und steigende Renditen setzen den Goldpreis unter Druck. Die Fed-Politik bleibt der entscheidende Faktor.

- ISM-Index überrascht mit starkem Anstieg
- Hoher Preisindex signalisiert Inflationsdruck
- Renditeanstieg belastet das Edelmetall
- Arbeitsmarktbericht als nächster Kurstreiber
Der Goldpreis hat sich wieder über 3.300 US-Dollar geschoben — nein, über 4.500 US-Dollar. Das klingt nach Stärke. Kurzfristig liegt das Edelmetall aber noch im Abwärtstrend. Warum? Weil nicht Minen oder Lagerbestände gerade den Kurs treiben, sondern US-Konjunkturdaten.
ISM-Überraschung belebt die Zinsdebatte
Der ISM Manufacturing PMI stieg im Mai auf 54,0 Punkte — nach 52,7 im April. Das ist der höchste Stand seit Mai 2022. Auftragseingänge kamen auf 56,8 Punkte, die Produktion auf 54,3 Punkte.
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Besonders relevant für Gold: der ISM-Preisindex. Er lag bei 82,1 Punkten — deutlich im expansiven Bereich. 43 Rohstoffe wurden als teurer gemeldet. Kein einziger als günstiger. Das signalisiert anhaltenden Preisdruck und stützt die Erwartung einer länger straffen US-Geldpolitik.
Für Gold ist das ein Problem. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls. Steigen Renditen oder der Dollar, gerät Gold unter Druck. Genau das passierte am Montag.
Der Renditekanal entscheidet
Saxo Bank beschreibt den Mechanismus klar. Gold folgt derzeit stark dem Ölmarkt. Höhere Energiepreise treiben Inflationserwartungen. Diese wiederum schieben Anleiherenditen und den Dollar nach oben. Beides belastet Gold.
Am frühen Dienstag ließ der Dollar-Druck nach. Das verschaffte dem Edelmetall etwas Luft. Grundsätzlich bleibt das Bild aber angespannt — solange US-Daten den Renditekanal befeuern.
Arbeitsmarktdaten als nächster Prüfstein
Diese Woche liefert der Datenkalender gleich mehrere Tests. Heute erscheinen die JOLTS-Daten zu offenen Stellen für April. Am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Mai.
Beide Veröffentlichungen können Fed-Erwartungen verschieben. BBH sieht die Nonfarm Payrolls am Freitag als Hauptereignis der Woche. Starke Zahlen würden den Dollar stützen und Gold belasten. Schwache Zahlen könnten dagegen Zinssenkungshoffnungen wecken — und dem Edelmetall Spielraum geben.
Technisch braucht Gold laut Saxo einen Ausbruch über 4.630 US-Dollar. Erst dann würde sich das kurzfristige Bild konstruktiv aufhellen. Bis dahin bleibt der Preis ein direktes Abbild der US-Makrolage.
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