Gold: Jahrestief vor US-Wahlen

Der Wochenverlust von rund drei Prozent belastet das Chartbild; Analysten sehen für die Folgewoche dennoch eine leichte Aufwärtstendenz.

Die Kernpunkte:
  • Wochenschluss bei 3.874 Dollar je Feinunze
  • Silber und Bitcoin ebenfalls unter Druck
  • KI-Aktien-Abverkauf löst breitere Verkäufe aus
  • Bull-Szenario für nächste Woche bei 55 Prozent

Gold hat eine schwache Woche hinter sich und am Freitag ein neues Jahrestief markiert. Der Wochenschluss liegt bei 3.874 Dollar je Feinunze. Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt, trotzdem rechnen Techniker mit einer kurzfristigen Stabilisierung.

Enthebelung statt Edelmetall-Schwäche

Gold stand nicht allein unter Druck. Silber und Bitcoin gaben ebenfalls nach, am stärksten traf es KI-Aktien. Auslöser waren die Zahlen von Amazon und Intel, die einen Abverkauf in der Tech-Branche nach sich zogen.

Marktbeobachter sehen darin eine allgemeine Enthebelung. Wer in KI-Titeln Verluste verbucht, muss Positionen glattstellen und verkauft dafür auch Edelmetalle. Hinzu kommt der Hinweis, dass am Markt deutlich mehr Papiergold als physisches Metall gehandelt wird. Das verstärkt die Ausschläge, wenn gehebelte Positionen abgebaut werden.

Auch das saisonale Muster passt ins Bild. Zudem gelten die US-Zwischenwahlen am kommenden Dienstag als Unsicherheitsfaktor, der das Investoren-Sentiment belastet.

Chartbild bleibt angeschlagen

Auf Wochensicht verlor Gold rund 3 Prozent, das entspricht etwa 121 Dollar. Der Preis fiel unter das 61,8-Prozent-Retracement und liegt zugleich unter der 20-Tage-Linie. Sowohl im Tages- als auch im 4-Stunden-Chart überwiegt das bärische Bild.

Die Stabilisierungsthese hat dennoch Anhänger. Für die neue Woche sehen Chartanalysten ein Bull-Szenario mit 55 Prozent Wahrscheinlichkeit, ein Bear-Szenario kommt auf 45 Prozent. Erwartet wird eine Tendenz seitwärts bis aufwärts.

Als entscheidende Marke gilt die 20-Tage-Linie bei 4.090,9 Dollar. Erst ein bestätigter Tagesschluss darüber würde das Chartbild spürbar entspannen. Bis dahin bleibt der Weg nach oben steinig, und das Jahrestief vom Freitag ist die Marke, die Käufer verteidigen müssen. Die Wahlen am Dienstag liefern den ersten Test.

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