Gold: Jefferies kappt Prognose
Jefferies reduziert die Goldpreis-Schätzung für 2026, bestätigt jedoch 5.000 Dollar je Unze für 2027.

- Viertes Quartal nun bei 4.400 Dollar
- Jahresmittel 2026 auf 4.511 Dollar gesenkt
- 5.000-Dollar-Ziel für 2027 beibehalten
- Fed-Zinsentscheidungen beeinflussen Goldaussichten
Der Goldpreis steckt in einer Zwickmühle. Steigende Anleiherenditen und Zinserwartungen drücken das Metall, die Investmentbank Jefferies bleibt langfristig dennoch bei ihrem 5.000-Dollar-Ziel. Kurzfristig schraubt sie die Erwartungen allerdings herunter.
Prognose gesenkt, Ziel bestätigt
Für das vierte Quartal erwartet Jefferies jetzt 4.400 statt zuvor 4.600 Dollar je Unze. Der Jahresdurchschnitt 2026 sinkt auf 4.511 Dollar, nach bisher 4.595 Dollar. Für 2027 hält das Haus an 5.000 Dollar fest.
Die Begründung: Die USA geben jährlich mehr als eine Billion Dollar für Nettozinsen aus, das Defizit liegt bei rund sechs Prozent der Wirtschaftsleistung. Jefferies bezweifelt, dass die Politik diese Last dauerhaft tragen kann, und rechnet mit Maßnahmen zur Begrenzung der Kreditkosten. Inflation, Staatsschulden, Währungsabwertung und Zentralbankkäufe stützen Gold demnach langfristig.
Rücksetzer sieht die Bank als Kaufgelegenheit, besonders bei Minenaktien. Im dritten Quartal gab der Goldpreis im Schnitt um sechs Prozent auf 4.263 Dollar nach, während Diesel rund zwölf Prozent teurer wurde. Die Margen der Produzenten liegen trotzdem klar über dem historischen Durchschnitt. Der VanEck Gold Miners ETF verzeichnete im September dennoch Abflüsse von etwa einer Milliarde Dollar.
Charttechnik und Fed im Blick
Am Mittwochmorgen bewegte sich der Dezember-Future bei etwa 4.134 bis 4.144 Dollar je Unze, kaum verändert zum Vortag. Charttechniker verweisen auf eine Unterstützungszone zwischen 4.124 und 4.132 Dollar. Fällt sie, droht der Abwärtstrend sich fortzusetzen. Die Verkäufer haben derzeit die Oberhand.
Makroseitig dominieren die US-Geldpolitik und der Iran-Krieg. Teheran knüpft Gespräche mit Washington an eigene Forderungen, Angriffe auf Tanker und Energieanlagen halten den Ölpreis hoch. Brent notiert bei gut 110 Dollar. Teures Öl kann den Inflationsdruck erhöhen und weitere Zinsschritte begünstigen. Das belastet Gold, das keine Zinsen abwirft.
Die Fed tagt am 27. und 28. Oktober. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung dort bei 15 Prozent, für Dezember bei 88 Prozent. Schon in der kommenden Woche stehen die US-PCE-Inflationsdaten an. Fallen sie schwächer aus, könnte das die Zinserwartungen dämpfen und Gold Auftrieb geben. Bricht dagegen die Marke um 4.124 Dollar, rückt ein tieferer Test in den Fokus.
Stand heute, 21. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 21. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




