Gold: JOLTS-Bericht um 10 Uhr erwartet
Gold notiert stabil, während Anleger auf Arbeitsmarktdaten warten. UBS sieht mittelfristig Kurspotenzial bis 4.400 Dollar, warnt aber vor kurzfristigen Rückschlägen.

- Goldpreis nahezu unverändert bei 4.106 Dollar
- UBS erwartet mittelfristig 4.400 Dollar
- Kurzfristige Risiken Richtung 3.850 Dollar
- Zentralbank-Käufe stützen den Goldpreis
Gold notiert am Dienstag bei 4.106,10 US-Dollar je Feinunze, nahezu unverändert zum Vortag. Nach einem Plus von 1,92 Prozent in den vergangenen sieben Handelstagen tritt die Rally nun auf der Stelle. Anleger warten auf den JOLTS-Bericht zu den offenen Stellen im Juni, der um 10:00 Uhr Ostküstenzeit erscheint. Die Daten gelten als erster Test vor dem Beschäftigungsbericht am Freitag.
Dollar-Schwäche trifft auf nachlassende Geopolitik
Am Montag bewegte sich der Goldpreis kaum. Anleger wogen die Unterstützung durch einen schwächeren Dollar gegen die sinkende Nachfrage nach sicheren Häfen ab. Grund für die Entspannung: die Aussicht auf eine diplomatische Lösung im Nahost-Konflikt.
US-Präsident Donald Trump kündigte neue Gespräche mit dem Iran an. Sie sollten am Montag beginnen, nachdem Trump einen geplanten Angriff zunächst zurückgestellt hatte. Der Iran bestritt zwar, dass Verhandlungen mit Washington laufen. Trotzdem reagierten Märkte auf die Entspannungssignale.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Devisenseite. Der US-Dollar fiel auf sein niedrigstes Niveau seit Mitte Juni. Auslöser war eine Intervention der Behörden am Devisenmarkt, um den Yen zu stützen.
Sinkende Realrenditen stützen das zinslose Metall
Parallel zur Dollar-Schwäche gaben die Realrenditen nach. Die Rendite zehnjähriger TIPS fiel am 3. August auf 2,43 Prozent, ein Rückgang um 0,04 Punkte. Niedrigere Realzinsen senken die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold, das keine Zinsen abwirft.
Auch am breiteren Anleihemarkt zeigte sich die gleiche Tendenz. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel am Montag auf rund 4,7 Prozent. Damit entfernte sie sich von einem 18-Monats-Hoch, während Anleger sich auf eine arbeitsmarktreiche Woche einstellten.
JOLTS als Stimmungstest, Fed-Zinserhöhung im Blick
Der JOLTS-Bericht für Juni liefert Hinweise darauf, wie robust die Arbeitskräftenachfrage trotz gestiegener Zinserwartungen bleibt. Er ist der erste von mehreren Datenpunkten in dieser Woche. Am Freitag folgt der viel beachtete Beschäftigungsbericht.
Der Zinspfad der Fed bleibt angespannt. Märkte preisen zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 63 bis 68 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein. Die Fed hatte die Zinsen vergangene Woche unverändert gelassen. Drei Notenbank-Offizielle stimmten dagegen und warnten vor den Folgen eines zu späten Handelns.
UBS: Kurzfristig vorsichtig, mittelfristig bullisch
Die Analysten von UBS zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Mittelfristig erwartet die Bank einen Anstieg auf 4.400 US-Dollar bis September und 4.600 US-Dollar bis Dezember.
Bis März 2027 soll der Preis auf 5.000 US-Dollar steigen, bis Juni 2027 auf 5.200 US-Dollar.
Kurzfristig sieht UBS die Risiken jedoch nach unten gerichtet. Auch charttechnisch mahnt das Bild zur Vorsicht: Der Kurs notiert rund 1,85 Prozent unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 4.183,57 US-Dollar. Die Bank rechnet mit einem möglichen Rückgang Richtung 3.850 US-Dollar. Grund sind schwächere Nachfragedaten des World Gold Council für das zweite Quartal.
Die Nachfrage nach Barren und Münzen fiel im Quartal auf 307 Tonnen. In den beiden Quartalen zuvor lag sie jeweils über 400 Tonnen.
Die Investmentnachfrage ohne Over-the-Counter-Geschäfte schwächelte ebenfalls. Sie sank von 487 auf 262 Tonnen.
Den Schlüssel für eine nachhaltige Erholung sieht UBS in der Geldpolitik. Hält die Fed die Zinsen unverändert und senkt sie Anfang 2027, könnte das die Investmentnachfrage wiederbeleben. Niedrigere Realrenditen und ein schwächerer Dollar wären die Folge.
Zentralbank-Käufe bleiben dabei die tragende Säule. Sie laufen derzeit auf annualisierter Basis bei rund 700 Tonnen. UBS sieht offizielle Käufe von nahe 300 Tonnen pro Quartal als Schwelle, damit Gold die 4.000-Dollar-Marke hält.
Ausblick
Für die kommenden Handelstage bleibt das Zusammenspiel aus JOLTS-Zahlen, Freitags-Jobbericht und Fed-Zinserwartungen entscheidend. Ein schwächerer Arbeitsmarkt würde die Erwartungen an eine Lockerung stärken und den von UBS skizzierten Aufwärtspfad beschleunigen. Ein robuster Bericht dagegen würde die Fed-Falken bestätigen und das kurzfristige Risiko Richtung der 3.850-Dollar-Marke erhöhen.
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