Gold: KI-Boom treibt Technologie-Nachfrage auf 82 Tonnen

Die Goldnachfrage verlagert sich von Schmuck hin zu Technologie und Zentralbanken. KI-Anwendungen und Anleger stützen den Markt trotz hoher Preise.

Die Kernpunkte:
  • KI-Branche treibt industrielle Goldnachfrage
  • Notenbanken kaufen Rekordmengen an Gold
  • Schmucknachfrage bricht um 23 Prozent ein
  • Goldpreis fällt trotz starker struktureller Basis

Hohe Preise schrecken Schmuckkäufer ab, aber sie bremsen den Goldmarkt nicht als Ganzes. Die Nachfrage verlagert sich sichtbar: weg vom klassischen Konsum, hin zu Notenbanken, Anlegern und einem neuen Treiber aus der Technologie. Besonders der KI-Boom verändert die Struktur des Marktes leiser, als es der Kurs vermuten lässt.

KI stützt die industrielle Nachfrage

Daten des World Gold Council zeigen für das erste Quartal 2026 eine weltweite Goldnachfrage inklusive außerbörslicher Transaktionen von 1.231 Tonnen. Wertmäßig erreichte der Markt rund 193 Milliarden US-Dollar und damit ein historisches Hoch.

Der wichtigste Hebel war der Preis. Der durchschnittliche Goldpreis lag im Quartal bei 4.873 US-Dollar je Unze, so hoch wie nie zuvor. Das erklärt den starken Sprung beim Marktwert, auch wenn die Mengen nur moderat zulegten.

Auffällig ist der Technologiesektor. Die Goldnachfrage in diesem Bereich stieg um ein Prozent auf 82 Tonnen, getragen von KI-Infrastruktur, Speicherchips und Halbleitern. Auf den ersten Blick wirkt das klein. Strukturell ist es wichtig.

KI-Server benötigen leistungsfähige Speicher, robuste Chips und Komponenten mit hoher Zuverlässigkeit. Dort zählt Gold wegen Leitfähigkeit, Haltbarkeit und Wärmemanagement. In der Unterhaltungselektronik versuchen Hersteller dagegen weiter, Gold einzusparen oder zu ersetzen. Der Markt läuft damit in zwei Geschwindigkeiten.

Notenbanken und Anleger übernehmen

Parallel dazu bleiben Zentralbanken ein zentraler Käufer. Sie stockten ihre Reserven im ersten Quartal netto um 244 Tonnen auf und gaben dafür 37 Milliarden US-Dollar aus. Für ein einzelnes Quartal war das ein Rekordwert.

Polen kaufte besonders stark zu. Die Nationalbank erhöhte ihre Bestände um 31 Tonnen auf 582 Tonnen. China legte ebenfalls nach; die Volksbank meldete zusätzliche 7 Tonnen und kam damit auf 2.313 Tonnen.

Der geopolitische Hintergrund spielt mit. Seit dem Einfrieren russischer Zentralbankvermögen im Jahr 2022 sehen viele Staaten Gold stärker als Reserve außerhalb ausländischer Gerichtsbarkeit. Das macht Barren für Länder attraktiv, die ihre Abhängigkeit von Fremdwährungsreserven verringern wollen.

Bei Schmuck zeigt sich die Kehrseite des hohen Preises. Die Nachfrage fiel um 23 Prozent auf 300 Tonnen, besonders in China, Indien und dem Nahen Osten. Käufer reagieren dort klar preissensibel.

Anleger füllten die Lücke. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sprang um 42 Prozent auf 474 Tonnen. Das war der zweithöchste Quartalswert der Geschichte.

Kursrückgang trotz starker Struktur

Am Markt dominiert kurzfristig dennoch der Zinsblick. Gold schloss am Freitag bei 4.555,80 US-Dollar, verlor in sieben Tagen 4,00 Prozent und liegt auf Monatssicht 6,21 Prozent im Minus.

Seit Jahresanfang bleibt noch ein Plus von 4,93 Prozent. Der Abstand zum Hoch des vergangenen Jahres beträgt inzwischen 16,41 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Starke strukturelle Nachfrage trifft auf ein Makroumfeld, das Gold kurzfristig belastet.

Auslöser sind höhere US-Inflationsdaten und die Sorge, dass die Federal Reserve die Zinsen länger hoch hält. Die fast vollständige Sperrung der Straße von Hormuz verschärft den Druck über Energiepreise. An den Terminmärkten ist eine Zinssenkung im Juni nur noch mit 2,6 Prozent eingepreist.

Auf der Angebotsseite gibt es wenig schnelle Entlastung. Die Minenproduktion erreichte 2025 zwar 3.672 Tonnen, wuchs aber nur um ein Prozent. Für 2026 wird erneut nur moderates Wachstum erwartet.

Damit bleibt der Kernkonflikt klar: Kurzfristig drückt die Zinserwartung auf den Goldpreis. Strukturell aber verbreitert sich die Nachfragebasis — Notenbanken, Anleger und KI-Anwendungen ersetzen immer stärker den schwächeren Schmuckmarkt.

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