Gold: LBMA hebt Jahresprognose auf 4.500 Dollar

Die LBMA korrigiert ihre Goldpreis-Prognose für 2026 deutlich auf 4.500 US-Dollar. Geopolitische Spannungen und US-Konjunktursorgen stützen die anhaltende Rally.

Die Kernpunkte:
  • LBMA erhöht Goldpreis-Prognose
  • Geopolitik treibt sichere Anlagen
  • Goldpreis konsolidiert nach Rekordhoch
  • US-Daten stützen Gold-Nachfrage

Analysten haben sich beim Gold in den vergangenen Jahren regelmäßig verschätzt — und zwar nach unten. Jetzt korrigiert die London Bullion Market Association ihre Jahresprognose deutlich nach oben. Für Anleger, die auf das Edelmetall setzen, ist das ein Signal: Die Rally könnte länger tragen als gedacht.

LBMA-Experten erhöhen Zielmarke deutlich

Die London Bullion Market Association hat ihre Prognoseumfrage für 2026 aktualisiert. 16 führende Edelmetallexperten sehen den Goldpreis nun im Schnitt bei 4.500 US-Dollar zum Jahresende. Zu Jahresbeginn lagen die Schätzungen noch deutlich niedriger.

Der Grund für die Korrektur liegt in der jüngsten Vergangenheit. Sowohl 2024 als auch 2025 lag der tatsächliche Goldpreis klar über den ursprünglichen Prognosen der Analysten. 2025 übertraf der Durchschnittspreis von 3.432 US-Dollar die Erwartungen um rund 25 Prozent.

Die Fachleute reagieren damit auf eine Entwicklung, die sie selbst überrascht hat. Gold zeigt sich widerstandsfähig gegenüber hohen Zinsniveaus. Die strukturelle Nachfrage bleibt hoch — und das zwingt die Prognosen nach oben.

Geopolitische Risiken treiben die Nachfrage

Neben den Prognosen bleibt die geopolitische Lage ein wichtiger Preistreiber. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stocken. Auch die Sicherheit der Handelswege in der Straße von Hormuz bleibt unklar.

Die US-Regierung kündigte an, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran in der kommenden Woche weiter zu verschärfen. Solche Ankündigungen drängen Anleger regelmäßig in sichere Häfen wie Gold.

Hinzu kommen US-Wirtschaftsdaten, die den Trend stützen. Die Inflationszahlen für Juli fielen moderat aus. Das nährt die Erwartung, dass die Federal Reserve ihren Zinsgipfel erreicht hat. Schwächere Einzelhandelsdaten zum Wochenschluss verstärkten zusätzlich die These einer abkühlenden US-Konjunktur — und machten zinslose Anlagen wie Gold gegenüber Anleihen attraktiver.

Kurs korrigiert vom Rekordhoch

Am Freitag schloss Gold bei 4.432 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 0,6 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Anstieg von 9 Prozent zu Buche — ein deutliches Tempo für ein Edelmetall, das eigentlich für ruhige Bewegungen bekannt ist.

Zum Allzeithoch von 5.586,20 US-Dollar aus dem Januar 2026 fehlen dem aktuellen Kurs allerdings noch rund 21 Prozent. Die Korrektur seit dem Hoch ist also spürbar, auch wenn Gold von seinem Jahrestief im August 2025 aus gerechnet weiterhin deutlich im Plus notiert.

Charttechnisch befindet sich das Edelmetall nach dem dynamischen Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend Anfang August in einer Konsolidierungsphase. Ein kurzzeitiger Rücksetzer gilt als gesunde Reaktion, um die Gewinne der ersten Monatshälfte zu verarbeiten.

Die kommende Woche bringt gleich zwei Preistreiber zusammen: die angekündigte Verschärfung der US-Sanktionspolitik gegenüber dem Iran und die Frage, ob Gold nach der jüngsten Konsolidierung erneut Fahrt in Richtung der LBMA-Zielmarke von 4.500 US-Dollar aufnimmt.

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