Gold: Liquiditätssicherung gewährleistet

Der Goldmarkt erlebt eine strukturelle Neuordnung mit Rekordgewinnen für Banken, strategischen Verkäufen durch Russland und der Türkei sowie Singapurs Ambitionen als neues Lagerzentrum für Zentralbanken.

Die Kernpunkte:
  • Banken erzielen Rekordgewinne durch Gold-Arbitrage
  • Singapur plant Lager für Zentralbankgold
  • Russland und Türkei verkaufen Goldreserven
  • Goldpreis erholt sich nach starkem März-Rückgang

Der Goldmarkt steckt mitten in einer strukturellen Neuordnung — und sie kommt von mehreren Seiten gleichzeitig. Singapur will Zentralbankgold einlagern, Banken verdienen so viel wie nie zuvor, und ausgerechnet Russland sowie die Türkei verkaufen ihre Reserven. Nach dem schlechtesten März seit 2008 sucht der Markt jetzt nach Orientierung.

Banken profitieren, Singapur positioniert sich

Die Edelmetalldesks der Banken weltweit verdienten 2025 geschätzte 3,9 Milliarden US-Dollar — Rekord in einer Dekade. Haupttreiber war laut Crisil Coalition Greenwich die Arbitrage: Starke Preisdifferenzen zwischen den Märkten eröffneten erhebliche Gewinnmöglichkeiten, ähnlich wie 2020, als COVID-19 den Lufttransport von Gold lahmlegte. Nomura Holdings und Deutsche Bank reagierten und bauten ihre Edelmetallhandelsabteilungen gezielt aus.

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Singapur wittert die Chance, aus dieser Dynamik dauerhaft Kapital zu schlagen. Die Regierung hat eine Arbeitsgruppe mit JPMorgan Chase, UBS, DBS Group, United Overseas Bank und ICBC Standard Bank eingesetzt. Ziel: Lagerkapazitäten für ausländische Zentralbanken aufbauen und goldbezogene Kapitalmarktprodukte entwickeln. Als möglicher Standort für neue Tresore gilt ein Grundstück nahe dem Changi-Flughafen. Zentralbanken halten weltweit knapp 39.000 Tonnen Gold — selbst ein kleiner Anteil davon würde Singapurs Position gegenüber dem derzeit dominierenden Hongkong erheblich stärken.

Verkäufe, Erholung und langfristige Kursziele

Während Singapur aufbaut, verkaufen andere. Russland trennte sich in Januar und Februar von 500.000 Unzen und drückte seine Reserven auf ein Vier-Jahres-Tief — zur Finanzierung des wachsenden Haushaltsdefizits. Die türkische Zentralbank verkaufte und verpfändete rund 60 Tonnen Gold im Wert von über 8 Milliarden US-Dollar, um die Lira nach dem Ausbruch des Iran-Krieges zu stabilisieren. Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten verkaufen bedeutende Zentralbanken in relevantem Umfang.

Im März 2026 kostete das seinen Preis: Gold verlor rund 15 Prozent und fiel zwischenzeitlich auf knapp 4.100 US-Dollar — der stärkste monatliche Rückgang seit 2008. Seither läuft eine Gegenbewegung. Vier Handelstage in Folge legte das Edelmetall zu, getragen von Zinssenkungserwartungen an die Fed und nachlassenden Spannungen im Nahen Osten. Heute notiert Gold bei rund 4.688 US-Dollar — noch knapp 14 Prozent unter dem Rekordhoch von Ende Januar.

Die strukturelle Nachfrage bleibt dabei das stabilisierende Element. Die People’s Bank of China kaufte 15 Monate in Folge bis Januar 2026 und hält nun 74,19 Millionen Unzen. Mehrere Großbanken haben ihre Jahresziele für 2026 im Bereich von 6.000 bis 6.300 US-Dollar gebündelt: JPMorgan bei 6.300, UBS bei 6.200 und Wells Fargo bei 6.100 bis 6.300 US-Dollar. Ob die laufende Erholung Fahrt aufnimmt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell sich die geopolitischen Spannungen tatsächlich entschärfen und ob die Fed die Zinswende einleitet.

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